Beartooth – Pure Ecstasy (2026)
Aktualisiert: vor 1 Tag
Keine Frage, Caleb Shlomo und seine selbst inszenierende Bühnenpräsenz sind nicht jedermanns Geschmack. Dafür, sein Coming Out direkt nach den Hasswellen gegenüber der ersten neuen Single „Free“ zu kommunizieren, gebührt ihm aber höchster Respekt. Mit Ausnahme ihres größten Hits „In Between“ haben mich Beartooth allerdings erst mit ihrem letzten Album musikalisch überzeugt. Was davon bekommen wir nun beim neuen Longplayer „Pure Ecstasy“?

Pluspunkte
Dem neuen Album ist in seiner Gesamtheit anzuhören, dass hier kein Alleingang im Keller gestartet wurde. Zum ersten Mal ließen Caleb Shlomo & Co. äußeren Input zu, darunter auch Jordan Fish. Auch einzelne Bandmitglieder treten mehr in den Vordergrund. Bei Aufnahmen oder in Song-Parts, wie z. B. einem großartigen Gitarrensolo. Mehr Kollektiv steht Beartooth. Wir bekommen elf Tracks, reifen Sound, abwechslungsreich und homogen zugleich. Keine Angst vor „Free“ – die Truppe hat ihren Groove und ihre Wucht in den Riffs nicht verloren!
Schwachpunkte
Nicht unbedingt eine Kritik ausschließlich an „Pure Ecstasy“, aber mit Pop-Punk fremdel ich hin und wieder und bei Beartooth geben mir viele ihrer Hooks ähnliche Vibes. So auch hier. Ungeachtet der schwachsinnigen Hasswellen gegen die Band wegen eines einzigen Songs muss ich aber ehrlich sagen, dass „Free“ nach wie vor negativ heraussticht. Mittlerweile dürfte klar sein, dass hier bewusst überstilisiert wurde – das macht den nervigen Gebrauch von Autotune aber nicht besser.
Fazit: ⭐⭐⭐⭐ / 5
Schauspieler Jim Carrey kämpfte während eines Filmdrehs einst mit Depressionen und einem Beziehungs-Aus. Er spielte so authentisch, dass sein Regisseur ihn bat, bloß nicht zu genesen. Zum Glück fallen Beartooth & vor allem Caleb Shlomo auf so eine platte Romantisierung von Kunst und Leid nicht herein. Sie brettern durchweg, liefern energiegeladene und treibende Songs und zeigen: auch Positivität kann Metal. Und hin und wieder funktioniert auch ein simples „Fuck You“ oder ein „I’m sick of this bullshit“ noch immer wunderbar.
Meine drei Highlights: Eyes Closed, Sorry, You
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