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Beyond The Black – Break The Silence (2026)

  • Autorenbild: Michael Scharsig
    Michael Scharsig
  • 15. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Jan.

Beyond The Black sind eine dieser Bands, die mir durch ihre Live-Performance vor vielen Jahren bei Rock am Ring im Gedächtnis geblieben sind. Zwar hatte ich schon immer einen Soft Spot für Symphonic Metal – vermutlich wegen der elektronischen Einflüsse und den eingängigen Hooks – doch die Dichte an großartigen Tracks haben diese Band für mich hervorgehoben. Auch, weil sie immer wieder aus der eigenen Genre-Bubble ausbrechen und Neues ausprobieren. Mit Break The Silence haben sie nun ihr 6. Studioalbum gedroppt.


Keine Ahnung, warum Tidal mir das Album erst eine Woche nach VÖ angezeigt hat, aber so sei es. Gerade einmal zehn Songs befinden sich auf der neuen LP – wovon vorab beinahe im Monatsrhythmus sämtliche Singles präsentiert wurden. Diese haben die zuvor bereits angedeutete Hit-Dichte bislang erfüllt, umso gespannter war ich, ob das Gesamtwerk dem Anspruch gerecht werden kann.


Pressefoto von Beyond The Black

Schon der Opener Rising High macht klar, dass die Band wenig Lust auf Altbewährtes hat. Zwar erzeugen sie immer wieder den typischen rockigen Sound, der sie stark macht, doch neben dem fast hymnischen Refrain fällt hier vor allem der fast schon poppige und im späteren Verlauf repetitive Gesang auf, der traditionelle Vibes besitzt. Keine Ahnung wessen Tradition, aber irgendwie klingt das neu und alt zugleich. Der anschließende Titeltrack geht dann ein wenig mehr nach vorne und ist wohl der typischste Track der Truppe – was gar nicht negativ gemeint ist, da ich vor allem frühere Songs wie Lost in Forever oder Heart Of The Hurricane liebe.


Das erste kleine Highlight ist dann die Kollabo The Art Of Being Alone mit Lord Of The Lost bzw. deren Frontmann Chris Harms. Wer mich kennt weiß, dass ich auch diese Band sehr schätze. Umso schöner, dass hier zwei meiner liebsten deutschen Artists auch noch ein so spannendes Thema ansprechen. Bereits zum zweiten Mal springen uns dann in Let There Be Rain Folk-Einflüsse entgegen. In diesem Fall osteuropäische Chöre, was ich als „Europa-Fan“ wiederum klasse finde. Zudem besitzt der Song ein großartiges, tanzbares Gitarrensolo. Auch, wenn Jennifer Habens Stimme im folgenden Ravens super zur Geltung kommt, catcht mich die erste Ballade des Albums eher weniger.



Anschließend startet The Flood – leider kein Cover des Take-That-Hits – mit Daft Punk’schen Vocals, die sich im Stile eines Popongs erneut wiederholen und einen eher ungewöhnlichen Einstieg darstellen. Nach Rising High ist das nun schon zum zweiten Mal der Fall. Irgendwie gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Es ist fast folgerichtig, dass dieses Album dann auch noch japanische Einflüsse in Form von Can You Hear Me? mit Asami von Lovebites abfeuert. Natürlich mit einem Anime-Clip, wie sollte es auch anders sein? Live sollte dieses Brett aber dennoch bestens funktionieren.


Von Osteuropa über Japan nach… Frankreich! (La vie est un) Cinéma überrascht mit 80er Synthwave, verzerrten Gitarren und kurzem Einsatz von Male-Vocals. Ganz nebenbei wird in YouTube-Kommentaren das Französisch von Jennifer gelobt. Definitiv ein weiteres kleines Highlight. Hologram vereint dann alle Stärken der Band: grooviges Riffs, coole Soli, hymnischer Gesangt und Tempo. Den Stimmen-Filter in der Bridge habe ich zuletzt bei XTC von den Toten Hosen gehört, denke ich. Das Ende von Break The Silence setzt dann nochmal einen Höhepunkt mit Weltschmerz. Unerwartet futuristisch und kraftvoll, bestückt mit melancholischen Flächen und erneut coolem Synth. Die deutsch-englische Ballade sticht heraus, wow!


Fazit: ⭐⭐⭐⭐ / 5


Beyond The Black schaffen, woran Genre-Kollegen an zu gehetzten Versuchen scheitern – sie entwickeln sich weiter, öffnen Türen und Wege zu neuem Sound, ohne dabei die eigenen Wurzeln zu verlieren. Jeder Feature-Artist, jedes Songstruktur fügt sich hier dem Konzept. Das ist es, was mich an Musik begeistert. Dabei müssen gar nicht alle zehn Songs sitzen und mir unbedingt gefallen, so lange zwischendurch Lieder entstehen, die ich noch in vielen Jahren hören werde. Break The Silence setzt die Messlatte für das Jahr 2026 schon jetzt hoch an.



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