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Meine 20 Metal-Songs des Jahres 2025

  • Autorenbild: Michael Scharsig
    Michael Scharsig
  • vor 3 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Altmetallern und Musikprofessoren nehme ich an dieser Stelle sofort Wind aus den Segeln: Ihr werdet hier kein Death-, Doom- oder Black-Metal hören. Nicht, weil ich etwas gegen diese Richtungen habe, sondern weil sie einfach nicht meinem Geschmack entsprechen. Wer aber den Sound der 90er oder 00er Jahre feiert, ein bisschen Düsternis mag oder elektronische Einflüsse nicht dämonisiert, dürfte hier glücklicher werden.

Collage meiner Top 20 Metal-Songs des Jahres 2025

Mit meinem alten Kumpel Metal muss ich aber auch ein bisschen schimpfen. Im Gegensatz zu 2024 ging‘s mir in diesem Jahr doch sehr auf die Nerven, wie viele Trittbrettfahrer bestimmter Artists es gab und wie durchpoliert moderne Metalproduktionen klangen. Das betrifft nicht nur Newcomer, sondern auch viele der Bands, die in den Jahren davor so erfolgreich durch die Decke gingen. 2026 gerne wieder mehr Kreativität und weniger VÖ-Zwang nur um Algorithmen zu gefallen. Meckern Ende. Hier sind meine 20 Metal-Songs des Jahres 2025:

20. Beyond The Black – Break The Silence Am 5. Februar werde ich mir Jennifer Haben & Co. endlich wieder live anschauen und freue mich drauf, denn auf Festivals konnten sie sich mittlerweile zweimal überzeugen. Der Titeltrack zu ihrem neuen Album lief zudem rauf und runter bei mir, weil er alles vereint, was ich an Beyond The Black schätze. Wer sich meine ganze Album-Review durchlesen möchte kann das HIER tun.


19. Bleed From Within – A Hope In Hell

Ich gebe es zu, ich hatte Bleed From Within gar nicht mehr so richtig auf dem Schirm und sie als eine dieser Bands verbucht, die ich auf Festivals immer mal sehen könnte, wenn es sich ergibt. Doch dann habe ich mir ihr 2025er Album Zenith angehört und war komplett überrascht wie gut sie dort ihren brachialen Groove-Metal mit epischer Atmo und melodischen Elementen verbinden. Hört’s euch an!


18. Esoterica – Paper Skull Vor einem Jahr habe ich die dänische Progressive-Metal-Band VOLA entdeckt und sie seit Tag 1 in mein Herz geschlossen. Ähnlich schnell könnte das mit dieser Truppe aus London passieren, die es einfach seit Jahrzehnten gibt. Waren meine Algorithmen da im Betriebsurlaub?! Habe ich das hier nun VOLA zu verdanken? Kein Plan, aber keine Band ist 2025 schneller auf meiner Watchlist gelandet.


17. Avatar – Don’t Go In The Forest

Ich bin mir noch immer nicht sicher, wie selbstironisch die Schweden selbst ihre Musik interpretieren, aber ich mich dazu entschlossen, sie als solche zu verbuchen. Denn zu den unterhaltsamen Videos gesellen sich immer wieder klischeebehaftete Banger, wie dieser Ohrwurm hier. Ich meine… da singt eine animatronische Krähe die Hook mit! Johannes Eckerströms Gesichtszüge erledigen den Rest.


16. Thornhill – nerv

Zugegeben, beim Einstieg will ich jedes Mal „One minute you’re on top!!“ brüllen, weil es so geil nach Linkin Parks Hit The Floor klingt. Kurze Zeit später landen wir aber im aggressiv-progressiven Universum der Australier. Was für ein frischer Mix aus Rage Against The Machine, Muse und modernem Metal. Thornhill kommen 2026 zu Rock am Ring und stehen definitiv auf meinem Programmzettel. Digital. Papierschonend.


15. Violent Vira – Saccharine

Viva Mexico! Im besten Stile des 90er und 00er Alternative-Metals singt Amy Gonzalez hier vom inneren Kampf, übertrieben freundlich sein zu müssen, um Bestätigung zu erhalten. Das betitelt sie nicht nur kreativ anhand von besagtem Süßstoff, sondern trägt diese Zerrissenheit auch über wunderbar „leidenden“ Vocals, die irgendwo zwischen Emo und Paramore balancieren, eher sie am Ende dann komplett von der Kette gelassen wird.


14. Architects & House Of Protection – Brain Dead

Ich bin ehrlich, das jüngste Album der Architects hat mich nicht vom Hocker gehauen. Umso kraftvoller ist mir beim Durchhören allerdings die Zusammenarbeit mit House Of Protection im Kopf geblieben. Die wiederum dürfen hier ihren eigenen Elektro-punkigen Flair einbauen weshalb das Ganze auch ein bisschen an ihr Learn To Forget erinnert. Nur im Tempo von Knocked Loose und einem Breakdown-Monster von Sam Carter.


13. Orbit Culture - Bloodhound

„Das ist was Uruk-Hai hören bevor sie in den Krieg ziehen“, schreibt ein User unter dem Musikvideo auf YouTube und was soll ich sagen… nailed it! Inhaltlich geht es um einen Kreislauf aus Rache und Systeme der Ausbeutung. Slipknot-Einflüsse sind hörbar. Der Double-Bass ist noch hörbarer. Zum Endspurt gibt’s dann einen epischen Breakdown – in einen zweiten noch massiveren Breakdown. Cute!


12. TX2 & Black Veil Brides – The End Of Us

Bislang konnte der TX2-Funke bei mir noch nicht überspringen. Umso positiv geschockter war ich als diesen Track im Hintergrund hörte und erst anschließend las wer da sang. Evan Thomas und Andy Biersack (immer noch top Name) harmonieren perfekt, zudem untermalen Streicher hier die melancholisch-dystopische Atmosphäre, die den dramatischen Endspurt gar nicht nötig gehabt hätte.


11. Volbeat – A Monster’s Hand Man kann diese Truppe einen immer gleichen Sound vorwerfen oder ihn feiern, den Headliner-Status haben sie sich verdient und Singles wie diese hier zeigen warum. Der Serienkiller-Track ist inhaltlich auf dem Album God of Angels Trust mit dem Song Enlighten the Disorder verbunden und bringt alle Stärken der Band auf den Teller. Poulsens groovy Heul-Vocals, Riffs auf den Punkt und ein satter Endspurt.


10. Silverstein – Stress Anfang 2025 habe ich Silverstein live in Köln können und wollte unbedingt, dass sie diesen Nu-Metal-Banger hier spielen und siehe da: haben sie nicht. War trotzdem ein richtig gutes Konzert, aber in meinen Playlists war diese Nummer aus ihren beiden neuen Alben mit Abstand die dominanteste. Hier stimmt für meine alten Crossover-Ohren wirklich alles. Fehlt nur noch ein „Bring It On!“.


09. Tetrarch – Never Again

Diese Band ist ein Geschenk für Linkin-Park-Nostalgiker. Musikalisch klingen sie einfach wie Meteora, aber als Band. Josh Fore legt los und ich denke sofort an Chester Bennington. Keine Ahnung, warum Diamon Rowes Stimme im zweiten Anlauf etwa bei 1:13 so viel klarer und deutlicher aufgenommen wurde, aber ich würde gerne mehr von beiden Stimmen gemeinsam hören. Hört Tetrarch, Leute!


08. Prison – Hardwired

Ich weiß bis heute nicht wer Prison sind, wo sie herkommen, was sie tun und wieso sie nicht größer sind. Um sicherzugehen habe ich sogar geschaut, ob sie KI-Müll sein könnten. Sind sie nicht. Viel zu gut klingt dafür dieser kraftvolle Mix aus Hard Rock und Alternative Metal. Live muss das Ding abgehen wie Schmitzkatze (schreibt man das so?). Der Breakdown am Ende sorgt dann für den Rest!


07. Lord Of The Lost x Within Temptation – Light Can Only Shine In The Darkness Wer sich hier ein bisschen umsieht wird schnell merken, dass mir die Musik von Chris Harms und seiner kreativen Goth-Band sehr zusagt. HIER könnt ihr z. B. meine Album-Review zu OPVS NOIR VOL. 1 lesen, aus dem diese Ballade mit Sharon den Adel stammt. Es gibt viele Tracks mit Hit-Potenzial, aber keiner hat international so für Aufsehen gesorgt, wie dieser hier. Vor allem gesanglich ergänzen sich beide Artists hier perfekt.


06. Bad Omens – Left For Good „Want you left, want you left, want you leeeft for gooood“ – Sorry, der Gag musste sein. Take that! Zurück zum Thema: Während mir die neuen Singles von Noah Sebastian und seiner Crew insgesamt ein bisschen zu sehr nach Resteverwertung der beiden Vorgänger-Alben klingen ist dieses Industrial-Brett dennoch ständiger Bestandteil meiner Raumbeschallung gewesen. Ich liebe diesen groovy-stumpfen dicke-Eier-Breakdown!


05. I Prevail – Violent Nature Der Schlag-Ins-Gesicht-Award ging 2025 an die Post-Hardcore-Band aus Michigan und die ersten Sekunden dieser Single. Ja, richtig gehört. Single. Nach Abgang von Clean-Vocalist Brian Burkheiser haben sich Eric Vanlerberghe & Co. gedacht „Wieso singen?“ und aus dem Nichts dieses kurze aber pralle Brett veröffentlicht. Filmkenner (wie ich natürlich einer bin) freuen sich zudem an die optischen Anlehnung zu Oblivion mit Tom Cruise. Meine Review zum Album gibt's HIER.


04. Limp Bizkit – Making Love To Morgan Wallen In heutigen Zeiten ist nichts schöner, als wenn deine Jugendhelden ausnahmsweise mal nicht dem Rechtspopulismus oder fragilen Männeregos verfallen, sondern stattdessen Seitenhiebe auf rechte Country-Wichser verteilen und sich öffentlich gegen MAGA aussprechen. Ganz abgesehen davon, dass der Song besser wird je öfter man ihn hört. Alles im bekannten Stil, keine Frage. Aber der Stil bockt halt!


03. Electric Callboy – Elevator Operator Von Covid-19 bis heute gab es keine Band, die ich von 0 auf 100 so oft live gesehen und durch die Musikanlagen gejagt habe. Auch wenn sie mir zuletzt ein wenig „zu präsent“ auf Festivals, YouTube & Co. waren und ihre neuesten Songs nicht ganz an „We Got The Moves“ oder „Pump It“ herankommen: Dieser hier zeigt, dass sie aber auch nichts an Humor, Kreativität und Produktionsqualität verloren haben. Sicher in meiner EC-Top-Five!


02. Landmvrks - The Great Unknown 2024 und 2025 haben Landmvrks meine Streamingstatistiken haushoch dominiert, was erstens daran lag, dass ich sie vorher gar nicht kannte, viel nachzuholen hatte und zweitens ihr Album „The Darkest Place I’ve Ever Been“ durchweg High Quality Modern Metal lieferte. Meine Review dazu gibt's HIER. Gar nicht so überraschend also, dass 2025 mit diesem Banger hier ein Track fast ganz oben steht, der nicht mal als Single ausgekoppelt wurde. Linkin-Park’ish as fuck!


01. Poppy, Amy Lee & Courtney LaPlante – End Of You

Neben Landmvrks war vor allem Moriah Pereira aka Poppy meine Durchstarterin der letzten Jahre. Und ehrlicherweise dachte ich bei dieser Kombo hier auch eher an einen uninspirierteren Promo-Track. Aber ich Penner lag falsch. Komplett auf die Stärken aller drei Frauen zugeschnitten, holt mich Amy Lee sofort in die 00er Jahre zurück, während Poppy den roten Faden bildet und Courtneys Wucht das Ding ins Ziel trägt. Hymne des Jahres!



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