Meine 20 Dance-Songs des Jahres 2025
- Michael Scharsig
- vor 2 Tagen
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Dance… was für ein Wort. Ich nutze es hier nur, weil’s schön kurz ist. Wir sind uns hoffentlich einig, dass es mir hierbei aber nicht um Tomorrowland und Großraumdisko geht, sondern um elektronische Musik aller möglichen Richtungen. Und naja, am Ende kann man ja auch auf fast alle davon tanzen. Ich kann euch jedenfalls versichern, dass hier wenig TikTok-Techno und David Guetta stattfinden wird.

Überraschenderweise hat es dieses Jahr kein einziger Drum-and-Bass-Track in meine Liste geschafft und auch meine heißgeliebte House Music hat 2025 für mich kaum stattgefunden. Zu generisch, zu sehr nach Spotify-Formel klangen die meisten Tracks, die vor einigen Jahren vielleicht noch Kandidaten gewesen wären. Artists wie Skrillex, Bob Moses oder Barry Can’t Swim funktionieren für mich dieses Jahr eher mit ihren Alben im gesamten Kontext. Dafür wurde aber Synthesizer angeschmissen, die Rave-Nostalgiewelle geritten und das Licht ein bisschen ausgeknipst: Meine 20 Dance-Songs des Jahres 2025:
20. Le Castle Vania – Become The Assassin Dylan Eiland gehört mit seinem Cyberpunk-Electronica-Projekt so sehr ins Universum von John Wick, wie Münzen oder das Hotel Continental. Auch für das überaus unterhaltsame Spin-Off Ballerina mit Ana de Armas (HIER meine Review) steuert er seinen Sound durch die Unterwelten und trägt dazu bei, dass sich Fans der Franchise sofort heimisch fühlen. Vor allem dieser Track ist der bassige Beweis dafür.
19. Ella Red – He Asked For It Manchmal sind Algorithmen doch für etwas gut. In diesem Fall wurde mir diese kleine moody Dark-Pop Hymne mit starker Kritik am Patriarchat empfohlen. Das Video symbolisiert auf der einen Seite anhand von Stalking über mehrere Epochen hinweg, was bis heute falsch läuft und liefert gleichzeitig eine konsequente Antiheldin, die sich darm kümmert. „I thought you said you liked your girls savage” – stark!
18. The Bloody Beetroots & Bob Vylan – Killing Punk Wenn ein Track den Namen „Elektro-Punk“ verdient, dann dieses Brett meines Lieblingsitalieners gemeinsamen mit den Provo-Wortakrobaten aus England. Unglaublich, dass es The Bloody Beetroots schon seit 20 Jahren gibt. Das messerscharfe Riff alleine beweist, dass das Projekt über diese Zeit nichts an der berüchtigten Energie eingebüßt hat. Hoffentlich sehe ich ihn irgendwann wieder live!
17. Marie Vaunt – That Acid Blade-Track des Jahres! Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich im elektronischen Bereich härteren Techno eher selten feiere. Bei Bobbie Merveille aka DJ Heavygrinder aka Marie Vaunt ist das anders. Die Karriere der japanisch-amerikanischen Produzentin verfolge ich seit vielen Jahren. Sie ist eine dieser Artists, deren verdienten Aufstieg ich quasi miterlebe. Vor allem Groove und Acid-Einflüsse sind es, die mich bei ihr immer wieder catchen.
16. Black V Neck – Salmon Kein Plan, warum das Ding „Lachs“ heißt, aber wen juckt das auch bei guten Club-Tracks? Die Synth-Stabs hier sind gleichermaßen perkussiv und weird. Was mir aber vor allem gefällt ist der 90er Vibe, den dieses kleine Schmuckstück ins sich trägt. Es ist Tech-House, aber irgendwie fühlt sich hier alles so an, als könnte das auf einer Loveparade ebenso gut funktionieren, wie bei einem Gig für A State Of Trance.
15. Zubu x Isabelle Beaucamp – Jungle (Remix) Hat da jemand 90er Vibes gesagt? „Mega Retro-Vibes a la Barthezz, Safari Duo oder Blank & Jones“ hatte ich Isabelle auf Instagram geschrieben, als ich den Mix zum ersten Mal gehört hatte! Sie bleibt für mich eine der spannendsten Entdeckungen, irgendwo zwischen melodischem Techno und Hard Bounce. Bei ihren Gigs sowieso über allem erhaben. Last but not least: Alles Gute zur Schwangerschaft!
14. Boys Noize – Sireneh Wer mich kennt weiß, dass ich wohl keinen elektronischen Artist so schätze, wie Alex. Von der French-House & -Oi-Ära über Industrial-Ausflüge bis hin zu Techno-Brettern oder Kollabos mit Nine Inch Nails. Irgendwas macht der Mann einfach immer richtig. So auch hier. Eigentlich ist dieser Sound so gar nicht meine Richtung, aber meine Güte geht das Ding ab. Keine Ahnung was das Video dazu gekostet hat. Aber irgendwas bestimmt!
13. KAYTRANADA – Space Invader Louis Kevin Celestin wird gefeiert für seine crazy Mischung aus House, Hip-Hop, Funk und R&B. Auch hier stimmt wieder alles. Der Opener seines Albums „Ain’t No Damn Way“ droppt 80s-Drums, Retro-Vocal-Samples sowie Moog-Basslines und 90er-Rave-Synths. Arcade but funky. Auf dem Blatt bedient er sich also an nostalgischen Elementen, aber irgendwie ist das Ergebnis immer wieder ein freshes Klangbild. Hört euch sein Album an!
12. Hurts & Purple Disco Machine – Wonderful Life `25 Eigentlich werde ich etwas müde von Neuauflagen alter Klassiker. Auch diese Zusammenarbeit ist alles, aber keine Überraschung. Nur der Grund hier ist ein anderer. Denn irgendwie klingt schon das unglaublich großartige Original von Hurts wie ein Track, der dazu geboren wurde, irgendwann die Wege von Dresdens Discomann zu kreuzen. Tino Piontek könnte auch einen Song pro Jahr raushauen, am Ende landet der immer in meinen Top 20.
11. Charlotte de Witte – No Division Kein Plan, wer XSALT ist und wieviel Einfluss sie oder er auf diesen Track hatte, aber es ist definitiv mein Favorit auf Charlottes Debüt-Album. Ähnlich wie bei Marie Vaunt sind es auch bei ihr meist die Acid-lastigen Tracks, die mich Techno hören lassen. Es spielt auch keine Rolle, ob es House oder Techno ist, aber wenn diese Retro-Orgeln durch die Boxen ballern, zappel ich. Kraftvoll, hypnotisch, clubbig!
10. HAAi – New Euphoria Eines meiner kleinen journalistischen Highlights des Jahres war ein Interview mit HAAi für FAZEmag, das ihr HIER lesen könnt. Zieht euch gerne auch mal ihr kreatives und gleichzeitig sehr nachdenkliches Album rein. Kein Clubber, sondern eine Auseinandersetzung mit der Koexistenz zwischen Mensch und Maschine (KI). Dieser Track hier beherbergt beides. Albumkonzept und ein Finish für die Tanzflächen.
09. Soulwax – New Earth Time Wenn eine Electro-Legende für sich verbuchen kann dem eigenen Stil treu zu bleiben, ohne sich Trends zu ergeben, dann wohl Belgiens Fünfer. Das gilt auch für das gesamte Album „All Systems Are Lying“. Mein Highlight darauf ist diese groovige Nummer, die wortwörtlich kickt! Vielleicht schaffe ich es irgendwann auch mal auf ein Soulwax-Konzert. Sie stehen seit Ewigkeiten auf meiner viel zu großen Watchlist.
08. Elizabeth Rose – FLAWLESS Elizabeth Rose ist dieser eine Artist, bei der ich wirklich noch immer nicht sicher bin, ob ich hier auf KI-Kacke reinfalle oder ob sie einfach nur ganz ganz am Anfang ihrer Karriere steht. Sämtlich Verlinkungen führen mal ins Nichts, mal zu Produktionsstudios, die ebenfalls mit Infos geizen oder aber auf Social-Profile, wo sie als „Babychaos“ auftritt. Bis ich die Antwort finde bleibt das hier aber ein schön düsterer Synth-Pop-Banger.
07. Jordan Nocturne – On The Move Wer hätte gedacht, dass Barthezz gleich zweimal in meinem Jahresrückblick 2025 Erwähnung findet? Während mich Isabelle Beaucamps Jungle an dessen „On Tbe Move“ erinnert, hat sich Jordan Nocturne den Klassiker tatsächlich vorgeknöpft. Seine Neuauflage befindet sich auf der EP „Dancer“, die drei weitere Songs beherbergt, welche wiederum alle auf ähnlichem Niveau abgehen. Achtung, geiler Sound aus Nordirland.
06. Deadmau5 – 8ths Joel Zimmermann und seine große Klappe stößt nicht nur auf Gegenliebe. Ich muss aber gestehen, dass ich nicht nur seine Musik seit Tag 1 feiere, sondern auch seine ungebrochene Authentizität. Umso mehr freut es mich, dass er 2025 endlich wieder Taten auf Worte hat folgen lassen und fern von teuren Shows und Kaskade-Kollabs Tracks wie diesen hier gedroppt hat. Umso schöner das Video mit Rainbow-Road-Vibes auf Ecstasy.
05. Avis Vox – In Code 2024 bin ich über den Song „Distance“ auf die Frankfurterin gestoßen, die elektronische und experimentelle Music mit visuell aufgeladenen Live-Performances und DJ-Sets verbindet. 2025 hat sie gefühlt einen Track nach dem anderen gedroppt, wovon ich diesem hier am meisten gehört habe. Ich empfehle euch aber auch den Track „Phantom Touch“ und bin mir sicher, dass sie schon bald noch größer werden wird.
04. Faithless – Insomnia (Disclosure's 2025 Edit) Schon bei „Wonderful Life“ von Hurts hatte ich ja bereits angemerkt, dass ich langsam müde von Neuinterpretationen werden. Aber was soll ich bitte machen wenn mit „Insomnia“ von Faithless und Disclosure sowohl eine meiner absoluten Rave-Hymnen als auch eines meiner absoluten Lieblingsduos aufeinandertreffen? Richtig! Anhören. Gut finden. In meine Top 20 hauen. Rest in Peace, Maxi Jazz!
03. Fred Again.. & Skepta – Victory Lap Noch immer zählt Fred agains Auftritt beim Primavera Sound zu einem meiner absoluten Live-Highlights der vergangenen Jahre. Mir ist egal, ob in irgendeinem Berliner Bunker Techno-Profs über Mainstream nörgeln. In diesem Fall ist der Hype berechtigt. Auch wenn ich nicht jeden neuen Output so gut fand, wie seine Hits aus 2023 und 2024, eine Kollab mit Skepta war zum Geilsein verurteilt.
02. Nine Inch Nails – As Alive As You Need Me To Be Schon lustig. Der frisch gebackene Grammy-Gewinner in der Kategorie Best Rock landet bei mir auf Platz 2 im elektronischen Bereich. Und doch passt ja irgendwie beides. Trent Reznor und Co. haben das schwere Erbe von Daft Punk angetreten einen epischen Soundtrack für den neuen Tron-Film „Tron: Ares“ zu produzieren und dieser Auftrag wurde mehr als ausgeführt. Live übrigens auch ein Brett!
01. Pendulum – Silent Spinner Ein Track, der mit den kritischen Erwartungen spielt, die Pendulum damals fast die Existenz gekostet hätten. Alles DnB? Plötzlich Dubstep? Warum so viel EDM? Well…umso charmanter das Thema mit einem Track zu beleuchten, der aus dem typischen Sound meiner australischen Helden ausbricht. Hier sind vor allem Einflüsse von Nine Inch Nails und Depeche Mode zu hören – and I am here for it!










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