der Filmtipp: The Bride! (2026)
Die klassischen Monster feiern ein Leinwand-Revival, von Nosferatu bis Frankenstein. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Frankensteins Braut ihr Comeback feiern würde. Können wir bei Maggie Gyllenhaals Neuauflage aber wirklich von einem „Remake“ sprechen und wie gut lässt sich feministisches Arthouse-Kino in eine Horrorgeschichte der 30er integrieren? Für die breite Masse ist der eigensinnige Stoff sicherlich nicht. Schlecht muss das aber auch nicht sein.

Pluspunkte
Während Christian Bale unser Herz über Melancholie und Nahbarkeit erobert, trägt Jessie Buckley den gesamten Film wie eine Naturgewalt aus Tourette, Lady Gaga, Wut und Theater. Das ganze Ensemble ist ein Volltreffer und auch die überlieferte Idee Autorin Mary Shelly, die Schöpferin der beiden „Monster“, als beinahe schizophrenes Hirngespinst einzubauen, gefällt. Setting, Kostümdesign und Maske zudem auf Award-Level.
Schwachpunkte
Maggie Gyllenhaal möchte hier sehr viel. Anstatt sich stärker zu fokussieren, werden allen Ideen die Zügel genommen und so kann der Film durchaus überstimulierend, verkopft und „drüber“ wirken. Wer zweimal im Jahr ins Kino geht, wird hier wohl eher nicht happy. Die sehr theatralisch dargestellte Mary Shelly passt leider weniger zu den sehr pointierten Hauptfiguren. In seinen gesellschaftskritischen Momenten hätte der Film gerne mehr in die Tiefe gehen können, als nur an der Oberfläche zu kratzen.
DarstellerInnen | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
Story | ⭐⭐⭐ |
Unterhaltung | ⭐⭐⭐ |
Spannung | ⭐⭐⭐ |
Humor | ⭐⭐✨ |
Maske & Kostüme | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
Gewalt | ⭐⭐✨ |
Filmmusik | ⭐⭐⭐ |
Produktionsdesign / Szenenbild | ⭐⭐⭐⭐ |
Fazit: ⭐⭐⭐⭐ / 5
The Bride! mag auf den ersten Blick wie eine Kopie von Joker: Folie À Deux wirken, ist in seiner Inszenierung allerdings deutlich lauter und dreckiger. Buckley und Bale sind hier Peak und versprühen pure Kinomagie. Nicht zuletzt sind es auch die Liebeserklärungen an das Kino, die den Film für mich aufwerten. „Male Loneliness Epidemic“ trifft auf labil-feministische Untote – wenn das allein nicht schon sehenswert ist, dann sollte ein steptanzender Jake Gyllenhaal wohl den Rest erledigen.
Start: 5. März 2026
Länge: 2 Stunden 7 Minuten
Regie: Maggie Gyllenhaal
Darsteller: Jessie Buckley, Christian Bale, Annette Bening
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