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President – Blood Of Your Empire (2026)

Autorenbild: Michael Scharsig
Michael Scharsig
18. Apr.
2 Min. Lesezeit

Bis heute sind President ein – zumindest noch offiziell – anonymes Mysterium. Die maskierte Truppe erschien erst Anfang 2025 aus dem Nichts und sorgte für Verwirrung in diversen Line-Ups. Die Befürchtung, sie seien ein Rip-Off von Sleep Token, konnten sie blitzschnell egalisieren und auch live konnte ich mich bei Rock am Ring 2026 bereits von ihrer Qualität überzeuge. Wird ihr Debütalbum „Blood Of Your Empire“ der hoch angelegten Messlatte gerecht?


Pressefoto von President 2026

Pluspunkte

Stell Dir vor, Du bastelst Dir gerne Playlists nach Genre zusammen, bist fast fertig und dann kommen President. Schublade kennt diese Formation nicht. Umso überraschender ist, wie routiniert sie sich in jedem Genre austoben. Da steckt ein großes Wissen und Verständnis hinter. Piano-House-Beat? Klar! Progressiver Rap-Metal? Ab dafür. Über dem gesamten Album schwebt definitiv ein elektronisches Klangbild, gepaart mit düsteren, alternativen Rock- und Metal-Einflüssen. Als hätten Soundgarden ein Album von Christoph Wieczorek produzieren lassen und sich dafür Sleep Token und Carpenter Brut ins Studio geholt. Ein dickes Lob an die gesamte Band, auch wenn der Gesang der große emotionale Kern der Wirkung ist.


Schwachpunkte


Ich sage vorab, das hier wird Gejammer auf hohem Niveau. Aber leider scheinen auch President gegen diesen zähen Trend nicht anzukommen, Autotune häufiger einzusetzen als notwendig. Die Stimme ist eigentlich stark und einnehmend genug, um darauf, trotz elektronischer Einflüsse, verzichten zu können. Und wo wir schon beim Gesang sind: Ähnlich wie bei Sleep Tokens Vessel neigen auch President dazu, soulig-emotionale Vocals ein bisschen „forced“ zu inszenieren. Insgesamt hätte ich mir ein, zwei Songs gewünscht, bei denen die Hook den Ohrwurm mehr füttert.



Fazit: ⭐⭐⭐⭐ / 5


President schaffen, was den wenigsten modernen Metal-Acts gelingt. Anstatt in diesem öden Nichts aus überfrachteten Sounds und erzwungenen Breakdowns Eigenständigkeit einzubüßen, verliert sich die Band bei ihrem Longplayer-Debüt kein einziges Mal. Keine achtminütigen Kunst-Aushängeschilder für die Musikschule, keine zweiminütigen Nullbrainer für TikTok-Schnipsel. Trotz all der verschiedenen Elemente ist „Blood Of Your Empire“ erstaunlich konstant, schnörkellos und atmosphärisch.  

Meine drei Highlights: „Angel Wings“, „Hate Figure“, „White Devil“

Das Album könnte Dir gefallen, wenn Du diese Artists gerne hörst: Sleep Token, Dayseeker, Resolve


 


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