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Sammy Virji – Open Late (2026)

Autorenbild: Michael Scharsig
Michael Scharsig
21. Okt.
2 Min. Lesezeit

Sammy Virji kenne ich eigentlich eher aus der Phase, in der Bass-House und UK Garage omnipräsent in den Clubs waren. Mittlerweile hat der britische DJ und Produzent seine Bandbreite aber deutlich erweitert, was ihm auch Zusammenarbeiten mit Artists wie Fred again.., Skepta oder Chris Lake beschert hat. Für seine Fans gab’s nun eine super spontane Überraschung. Während eines Gigs in London verriet Virji den Anwesenden, er würde ein neues Album veröffentlichen. 90 Minuten späten war es überall online und verfügbar und: Es ist erstaunlich nostalgisch.

Facebook-Foto von Sammy Virji

Pluspunkte

Die Idee, seine Fans während eines Club Gigs unangekündigt zuerst über ein neues Album zu informieren, ist nicht die einzige Überraschung. Musikalisch geht’s ebenfalls weit weg von UK Garage und Bass. In Tracks wie Repeaty oder La Belle fühlt sich alles nach House-Nostalgie der 2000er an, Crazy Funky vermittelt sogar Disco Vibes. Light Work oder Diggy atmen eher Tech-House, aber ebenfalls Retro. Die Schiene scheint Absicht zu sein. Sein letzter Track Ode To Tedd dürfte wohl deshalb auch eine Widmung an House-Legende Todd Terry sein.


Schwachpunkte

So cool die Überraschung für seine Anhänger ist, gerade einmal acht Tracks als Album zu verkaufen ist schon etwas dreist. Da gibt es mittlerweile EPs, die mehr Musik präsentieren. Wer auf seinen alten Sound steht wird zudem offen für Neues sein müssen. Lediglich Rising Raider bringt zumindest ein wenig des basslastigen Ton mit. Fans von Album-Storytelling sollten hier ebenfalls die Erwartungen dämpfen, das Ding ist komplett auf Clubs ausgelegt.

Fazit: ⭐⭐⭐ / 5

„Open Late“ ist für mich viel mehr eine Liebeserklärung an oldschool House der frühen 2000er und 2010er Jahre als wirklich ein kompaktes neues Album. Was keine Katastrophe ist, der letzte echte Vorgänge liegt erst ein Jahr zurück. Davon abgesehen habe ich im elektronischen Bereich nichts gegen clubbige Alben, insofern sammelt Sammy Virji bei mir hier schon den einen oder anderen Punkt. Schade, dass der ganze Spaß nur 29 Minuten dauert. Hat man es sich einmal in seiner Retroreise gemütlich gemacht, ist’s auch schon wieder vorbei.


Meine drei Highlights: Repeaty, La Belle, Ode To Todd

Das Album könnte Dir gefallen, wenn Du diese Artists gerne hörst: Eliza Rose, Fred again.., Armand van Helden



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