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Amelie Lens – AURA (2026)

Autorenbild: Michael Scharsig
Michael Scharsig
vor 4 Tagen
2 Min. Lesezeit

Mit einem Blick zurück auf die vergangenen zehn Jahre gehört DJ, Produzentin und Label-Boss Amelie Lens sicherlich zu den weltweit größten Namen des Peaktime-Techno. Umso erstaunlicher, dass sie mit AURA erst 2026 ihr erstes Studioalbum präsentiert. Hinter den Decks ist die Belgierin vor allem bekannt für druckvollen, treibenden Sound, der nach vorne geht. Zeigt die Debüt-LP eine andere Seite?

Facebook-Foto von Amelie Lens

Pluspunkte

Wummernde Acid-Linien und Kicks mit Groove funktionieren immer besser bei mir als roher, knallender oder dystopischer Untergrund-Techno. War immer so. Wird immer so bleiben. Insofern finde ich hier wenigstens zwei, drei Tracks, die ich selbst auflegen oder hören würde. Es ist aber vor allem die Trance-angehauchte Kollabo mit Sängerin Angèle, die hervorsticht. Immerhin liefert Amelie Lens keine auf 2-3 Minuten reduzierte Tracks. Das Album wurde auch für das neue Live-Konzept konzipiert, das immersive Visuals mit Licht, Kontrast, Energie und Emotion verknüpfen soll. Das könnte letztendlich stärker wirken, als die Album-Experience.

Schwachpunkte

Für ein Album, dass als „persönlichstes“ Werk von Lens angekündigt wurde, ist es erstaunlich abwechslungsarm und versprüht eher den Vibe elf aneinandergereihter Club-Nummern für Streaming-Playlists. Darüber hinaus bin ich kein Fan von psychedelischen wannabe-deepen Vocal-Schnipseln. Richtig seltsam finde ich die Entscheidung einige Songs ohne jeglichen Aufbau vom Fleck weg starten zu lassen. Warum dann nicht gleich als „Club-Set“ konzipieren und inszenieren, mit Übergängen etc.?

Fazit: ⭐⭐ / 5 Wo andere Artists ein Album nutzen, um sich künstlerisch breiter aufzustellen, verharrt Amelie Lens an Ort und Stelle und tobt sich lediglich innerhalb ihrer Komfortzone aus. Das kann auch als authentisch und bewusst wahrgenommen werden, ich finde das langweilig. Auf irgendeine Art Reise oder Storytelling nimmt mich AURA jedenfalls nicht mit. Amelie mag hier Persönliches verarbeitet haben – als außenstehender Hörer empfinde ich das Ganze aber leider als sehr uninspiriert.

Meine drei Highlights: run, drift away, a track at 150bpm

Das Album könnte Dir gefallen, wenn Du diese Artists gerne hörst: Mha Iri, Lilly Palmer, Fatima Haji



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