der Filmtipp: Melania (2026)
- Michael Scharsig
- 6. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Diejenigen unter euch, die mich vielleicht schon etwas länger kennen wissen, dass ich hier ganz sicher nicht über diese gekaufte Propaganda der MAGA-Maschinerie schreiben werde. In simpler Sprache: fuck Trump. Es liegt nicht in meiner Natur, neutral auf etwas zu blicken, während Menschen dadurch Aufmerksamkeit erhalten, die ich eigentlich vor Kriegsgerichten oder wenigstens in der Versenkung der Irrelevanz sehen möchte. Das gilt für einen Film, eine Fußball-WM oder eine Musikveranstaltung.

Aber da wir jetzt ohnehin schon ein paar Zeilen weiter sind und hier noch jede Menge Platz ist möchte ich diese Zeilen ein paar Gedanken widmen, die schon seit vielen Wochen in meinem Kopf sturmklingeln. Denn je lauter die Menschen auf sich aufmerksam machen, die weltweit Tod und Hass verbreiten, desto schneller verdrängt das die Menschen, die davon unmittelbar betroffen sind. Der Text hier soll also kein Platzhalter sein, sondern eine Liebeserklärung und Spotlight auf die waren Ikonen da draußen – an die Menschen, die alles riskieren und mehr für unsere zivilisierte Gesellschaft tun.
Anfangen möchte ich mit den mutigen Menschen im Iran. Während wir über Weltkriegsgranaten in irgendwelchen Arschlöchern Eilmeldungen lesen, schlägt das iranische Regime die Proteste der Menschen brutal nieder, die einfach nur in Freiheit ein Leben ohne Unterdrückung leben wollen. Viele zehntausende von ihnen wurden bereits von der terroristischen Regierung ermordet. Auch wenn ein paar Venezuela-Romantiker das nicht hören wollen: Ein Donald Trump, der den Protesten erst Unterstützung anbot und nun gemeinsam mit dem Oman an einem Verhandlungstisch sitzt, wird den Iran nicht retten.

Das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik sitzt aus rein neutraler Sicht gerade am gleichen Tisch mit den Menschen, die unrechtmäßig in andere Länder einfallen, Grönland beanspruchen und ihre eigenen Bürger und Bürgerinnen von der US-Einwanderungsbehörde deportieren lassen. Gute PR für Unmenschen, nichts weiter. Die einzige Lösung für eine echten Machtwechsel im Land sind weitere und noch härtere Sanktionen. Nicht gegen einzelne Reiche, sondern wirtschaftliche Bomben. Die Medien dürfen das Interesse nicht verlieren und müssen anders gewichten. Wir dürfen diese schrecklichen Verbrechen gegen Unschuldige nicht einfach vergessen, sondern müssen weiterhin laut sein und nerven. Nur so kann langfristig etwas bewirkt werden.
Das gilt ebenso für die widerlichen Kriegsverbrechen der israelischen Regierung unter Netanyahu und der Terrororganisation Hamas. Auch hier kann selbst der Kriegstreiber selbst nicht mehr leugnen, dass bereits über 70.000 Menschen den israelischen Waffen zum Opfer gefallen sind. Die Zustände vor Ort sind dystopisch und in einer Realität angekommen, die schrecklicher ist, als jedes Drehbuch es jemals in Worte fassen könnte. Und ich freue mich zu sehen, dass auch die Zahl der Promis weltweit steigt, die auf diese Verbrechen gegen die Menschheit aufmerksam machen. Doch auch hier sind die wahren Helden die Menschen, die vor Ort jede Gefahr in Kauf nehmen, um sich der aussichtslosen Ohnmacht entgegenzustellen.

Während des „Waffenstillstands“ wurden bereits über 500 Menschen umgebracht. Obwohl die Hamas keine Geiseln mehr besitzt. All diese Propaganda-Ausreden sind längst verpufft. Wie hilflos müssen sich die Betroffenen fühlen? Auch hier inszeniert sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika als großer Friedensvermittler, während er bereits über groß angelegte Immobiliengeschäfte im Gaza-Bereich philosophiert. Und die tageschau? Bezeichnet den Völkermord in Gaza auch heute wieder als „Krieg zwischen der militant-islamistischen Terrororganisation Hamas und Israel“ und bezeichnet die Waffenruhe als „brüchig“. Für unseren Bundeskanzler ist die gesamte Lage, wie wir ja mittlerweile wissen, ohnehin „komplex“.
Wir müssen der Realität ins Auge sehen. Unsere Medien haben den moralischen Kompass verloren. Unsere Politik weiß vermutlich schon lange nicht mehr, wo dieser überhaupt anfängt oder endet. Weggucken, Abwarten und Schönfärben macht unsere westliche Gesellschaft zu Mittätern. Ja, nicht jeder einzelne von uns kann Kriege und Genozide beenden. Doch wir können uns solidarisieren, spenden, kommentieren, protestieren, demonstrieren, canceln und boykottieren. Wir können den Menschen Mut zusprechen. Wir dürfen sie schlichtweg nicht aus dem Auge verlieren.
Ich könnte hier noch von so vielen weiteren Heldinnen und Helden unserer Epoche sprechen. Den Ukrainern, den Sudanern, den Rohingya-Muslimen in Myanmar, den Kurden in Nordsyrien, Armeniern, Afghanen, Whistleblower, Menschenrechtler, Frauen und Kinder, die sich wehren – die Liste besitzt kein Ende und ja, momentan passiert auf der ganzen Welt ein Riesenhaufen Scheiße. Wir können nicht jeden Tag aufstehen, mal eben für alles und jeden kämpfen. Wir können aber mehr tun. Und wir tun es meist nicht aus Desinteresse, Distanz und Unbehagen. Lasst uns an diese Menschen denken. Hier und da helfen. Einfach nicht ignorieren. Dann verkümmern auch derart geistig-beschränkte Propaganda-Dokus wie dieser hier zu einem Hauch von Nichts.
Fazit: 0 / 5
Fun Fact: Der Macher dieser Doku taucht in den Epstein-Files auf Partyfotos mit Diddy und Melania auf, nur so für die Einordnung, wer da von euch Ticket- und Streamingpreise verlangt. Wer dachte, dass Ice Cubes Krieg der Welten aus 2025 der mieseste Film der Geschichte sei, der wird sich dank Melania und ihrem Göttergatten in diesem Jahr noch einmal neu sortieren müssen. Free Palestine. Free Iran. Fuck Trump. Fuck Putin. Fuck Netanyahu.










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