top of page

Meine 20 Filme des Jahres 2025

  • Autorenbild: Michael Scharsig
    Michael Scharsig
  • vor 5 Tagen
  • 7 Min. Lesezeit

Wer hätte das gedacht? Insgesamt bin ich tatsächlich sehr zufrieden mit den vergangenen zwölf Monaten. Bevor ihr nun meine 20 Filme des Jahres 2025 zerpflücken dürft, sei zumindest erwähnt, dass ich bislang noch nicht dazu gekommen bin Filme wie Bugonia, Sentimental Value, Die My Love, Train Dreams oder A Real Pain zu schauen. Bring Her Back musste ich aus anderen Gründen abbrechen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies meine Liste noch einmal durchrütteln könnte. Zudem stehen die Oscar-nominierten The Secret Agent, Sirāt und If I Had Legs I’d Kick You ganz oben auf meiner Watchlist.

Es gibt allerdings auch große Namen, Blockbuster und Überraschungserfolge, die es bei mir nicht nach oben geschafft haben. Dazu gehört zum Beispiel der technisch brillante, aber inhaltlich vom Fließband wegproduzierte Formel-1-Film mit Brad Pitt, James Camerons blaue Wiederholungstäter aus Avatar 3 sowie 90% der diesjährigen Heldenstreifen und der vielleicht mieseste Abschluss eines Mega-Franchise: Mission Impossible: The Finale Reckoning. Wir wollen wir aber nicht nörgeln, also viel Spaß mit meinen 20 Empfehlungen.


Collage meiner 20 Filme des Jahres 2025

20. The Lost Bus (Apple TV) Regie: Paul Greengrass Mit: Matthew McConaughey, America Ferrera Busfahrer Kevin McKay (Fun Fact: Es gibt auch einen guten House-DJ mit dem Namen) versucht eine Schulklasse samt ihrer Lehrerin vor höllischen Waldbränden zu retten. Keine Ahnung, wo hier die Oscar-Nominierung für Visuals herkommt. Trotzdem schafft der Film es zwischen all den emotionalen Baustellen (Krebs, Geldsorgen, Trauer, Selbstzweifel, etc.) von Anfang bis Ende spannend zu bleiben.



19. Jurassic World: Rebirth

Regie: Gareth Edwards Mit: Scarlett Johansson, Jonathan Bailey, Mahershala Ali

Mir ist relativ egal, was die Mehrheit von dieser Fortsetzung hält. Ich sage ja auch nicht, dass sie perfekt ist (scheiß Mutanten!). Aber im Vergleich der wirklich bodenlos miesen zwei Vorgänger versetzt Edwards mich hier das erste Mal wieder ins Staunen, baut Momente ein, die in Erinnerung bleiben und lässt dabei auch noch alles so gut aussehen. Frei von dressierten Echsen und frei von Chris Pratt.


18. One Battle After Another Regie: Paul Thomas Anderson

Mit: Leonardo DiCaprio, Chase Infiniti, Sean Penn

Ich versuche bis heute zu verstehen, warum die Filmwelt diese Thriller-Komödie so exzessiv abkultet. Sie würde nicht in meiner Top 20 auftauchen, wenn ich sie nicht auch unterhaltsam fände, aber Meisterwerk? Naja. Mein Highlight hier ist das Schauspiel-Debüt (!) von Chase Infiniti sowie ein ekliger und völlig durchgeknallter Sean Penn. Leo macht Leo-Sachen und Benicio del Toro als wortkarger Sensei Sergio macht ebenfalls Laune.



17. Black Bag Regie: Steven Soderbergh

Mit: Michael Fassbender, Cate Blanchett, Tom Burke Wer Lust auf eine Art Mr. und Mrs. Smith kurz vor der Pension hat, der ist hier genau richtig. Anders als bei Brangelina punktet der Film hier vor allem durch die bedrohliche Ruhe, die er vermittelt. Ebenso sind die Fronten hier ein wenig früher geklärt, denn von Beginn an wird Blanchetts Figur des Landesverrats beschuldigt und der Ehemann muss sich zwischen Professionalität und Liebesschwur entscheiden. Wenig Humor, mehr Stil.



16. Thunderbolts* Regie: Jake Schreier Mit: Florence Pugh, Sebastian Stan, David Harbour Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ausgerechnet dieser 25er Auszug aus dem MCU mein Liebling wird, ich hätte geschmunzelt. Doch der Film zeigt, dass er mit großartigen Charakter-Darstellern, einer frischen und geerdeten Story sowie teilweise richtig düsteren Visuals gesegnet wurde. Wie immer ist der Antagonist die Schwachstelle. Doch dafür wird’s lustig, spannend, emotional – und auch der Cliffhanger ist charmant.


15. Warfare Regie: Ray Mendoza & Alex Garland

Mit: Joseph Quinn, Will Poulter, Charles Melton

Ein Platoon junger Soldaten muss im Irak eine plötzliche und nicht aufhörende Attacke von Aufständischen durchstehen und verschanzt sich in einer Wohnung. Ich verstehe durchaus, dass dieser Film nicht alle begeistern wird. Doch die raue Härte, der ultra-dichte Sound und die Wahl sich fast ausnahmslos auf einen Standort zu beschränken lassen den Film wie eine Doku wirken, bei der trotzdem der Atem ins Stocken gerät.



14. Mickey 17 Regie: Bong Joon Ho

Mit: Robert Pattinson, Naomi Ackie, Steven Yeun Mickey 17 ist ein „Expandable“. Nicht, weil der mit alternden Actionstars rumballert, sondern weil er als Klon einer Expeditionscrew helfen soll einen Eisplaneten zu kolonialisieren. Stirbt er bei seiner Arbeit, wird er einfach neu gedruckt. Bis er sich selbst gegenübersteht. Das ist nicht nur eine irrwitzige Idee, sondern macht vor allem dann Spaß, wenn Robert Pattinson hier völlig freidrehen darf. Trotz ein paar Längen kreativ, satirisch und unterhaltsam!


13. Predator: Badlands

Regie: Dan Trachtenberg Mit: Dimitrius Schuster-Koloamatangi, Michael Homick, Elle Fanning Können wir bitte kurz den Namen des Hauptdarstellers feiern? Danke. Der von seinem Clan verstoßene Yautja (Predator) „Dek“ schlägt sich gemeinsam mit Androidin Thia & einem Wesen namens „Bud“ durch einen Horrorplaneten, um sich dem Monster „Kalisk“ zu stellen – und Thias Schwester. Ja, im Vergleich zu Prey ist das hier wirklich disneyfiziert seicht. Aber so charmant, lustig und spannend wie Star Wars zu seinen besseren Zeiten.


12. From The World of John Wick: Ballerina

Regie: Len Wiseman

Mit: Ana de Armas, Keanu Reeves, Norman Reedus Dieses Revenge-Spin-Off um Eve Macarro hätte durchaus ein belangloser Fan-Service werden können. Hört aber bitte nicht auf die Ticketverkäufe. Ana de Armas zeigt hier vollen Körpereinsatz, das Wick-Universum wird respektvoll eingebaut, ohne zuviel Fokus zu erhalten und die Schauwerte sind ein Fest fürs Auge. Absolut großartige Stuntarbeit, super Tutorials für Granaten und Flammenwerfer & dazu ausreichend emotionale Tiefe. Mehr davon!



11. Companion Regie: Drew Hancock Mit: Sophie Thatcher, Jack Quaid, Lukas Gage Joshs Freunde laden ihn und seine frischgebackene Freundin Iris auf ein gemeinsames Wochenende an einem See ein. Immer wieder zweifelt Iris aufgrund ihrer Eigenart, ob Joshs Freunde sie überhaupt mögen. Und tatsächlich reagieren sie distanziert auf sie. Als jemand am See stirbt, läuft das gesamte Aufeinandertreffen aus dem Ufer. Eine kleine Genre-Perle, die euch am meisten Spaß machen dürfte, wenn ihr Trailer und Recherche vermeidet. Ich verlinke den Trailer trotzdem... Nicht gucken!


10. Better Man Regie: Michael Gracey

Mit: Robbie Williams, Jonno Davies, Steve Pemberton

Planet der Affen, aber auf Koks und in Netzhemden. Spaß. Tatsächlich funktioniert Robbie Williams‘ Idee sich als Affen zu inszenieren ausgesprochen gut. Schließlich erklärt der Song Me And My Monkey bereits einiges, spätestens aber das Filmintro. Anders als andere Biopics zeigt dieser Streifen sehr schonungslos die narzisstischen Züge seines eigentlichen Stars und lässt dessen Reise wie ein tragisches Musical aussehen. Echt und emotional!



09. September 5 – The Day Terror Went Live Regie: Tim Fehlbaum Mit: Peter Sarsgaard, John Magaro, Ben Chaplin Es hat beinahe etwas Tragisches, dass dieser großartige Film in einer Zeit veröffentlicht wird, in der Israel unter Netanyahu Völkermord am Gaza-Streifen begeht. Wer das ausblenden kann und das Zeitgeschehen korrekt einordnen kann, der bekommt hier einen fast dokumentarischen Blick auf eine der dunkelsten Stunden Münchens – ausschließlich aus der Sicht von Journalisten am olympischen Dorf 1972.


08. A House Of Dynamite (Netflix) Regie: Kathryn Bigelow

Mit: Rebecca Ferguson, Idris Elba, Anthony Ramos

Mein absoluter Lieblings-Streaming-Service (Ironie) hat es irgendwie geschafft, drei Filme in meiner Top Ten zu platzieren. Den Anfang macht ausgerechnet der Film, über dessen Ausgang es nur zwei Meinungen zu geben scheint: Wut oder Bewunderung. Ich liebe das Ende. Worum geht’s? Um ferngesteuerte Atomraketen, die auf amerikanischem Land zu detonieren drohen. Diejenigen, die das stoppen sollen, verfolgen wir über mehrere Blickwinkel. Dicht. Düster. Beklemmend.



07. Nosferatu Regie: Robert Eggers Mit: Lily-Rose Depp, Nicholas Hoult, Bill Skarsgård

Jahaa, der lief 2025 bei uns im Kino. Genauer gesagt: seit dem 2. Januar. Es wäre außerdem eine Schande gewesen, dieses audiovisuelle Meisterwerk von Gothic-Märchen nicht zu erwähnen. Lily-Rose Depp spielt hier alle an die Wand, während Eggers uns mehr oder weniger mit jeder einzelnen Einstellung bildschöne Horrorposter präsentiert. Draculas Schnörres lenkt manchmal ab, ist aber authentisch & wird heute auch wieder getragen.



06. Weapons Regie: Zach Cregger Mit: Josh Brolin, Julia Garner, Alden Ehrenreich

Was für ein großartiges Jahr für das Horror-Genre! Auch in diesem Fall würde ich trotz eines wirklich atmosphärischen Trailers dazu raten, euch nicht vorab über den Film zu informieren. Zudem funktioniert er im Originalton noch ein bisschen gruseliger. Inhaltlich sei euch nur gesagt, dass Kinder aus einer Kleinstadt verschwinden und wir aus mehreren Blickwinkeln Stück für Stück mehr über die Gründe und Ursprünge erfahren. Ein wilder Genre-Mix mit einer saucoolen Kameraarbeit.


05. The Life Of Chuck Regie: Mike Flanagan Mit: Tom Hiddleston, Mark Hamill, Chiwetel Ejiofor Die Welt scheint langsam, aber sicher unterzugehen, wortwörtlich zu verschwinden. Trotzdem bedanken sich die Menschen immer wieder bei einer Person: Buchhalter Charles „Chuck“ Krantz. Gleichzeitig scheint es aber, als kenne ihn niemand. Wie passt das zusammen? Ich werfe selten mit Superlativen um mich, aber diese empathische und lebensbejahende Stephen-King-Verfilmung ist vielleicht der beste Film seit Jahrzehnten, der gleichzeitig von Awards komplett ignoriert wurde. Anschauen!



04. Frankenstein (Netflix)

Regie: Guillermo del Toro

Mit: Oscar Isaac, Jacob Elordi, Mia Goth

Einmal mehr serviert uns der Meister der Fantasy-Welten einen stundenlangen Flug durch schaurig-schöne Welten. Gemeinsam mit Oscar Isaac, der Dr. Frankenstein grandios verkörpert, Jacob Elordi, der dem „Monster“ eine ganz neue sanfte Art schenkt und einer Geschichte, die trotz ihres Alters so aktuell wie nie zuvor zu sein scheint. Insgesamt neun Oscar-Nominierungen und keine davon ist Verschwendung.



03. Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery (Netflix)

Regie: Rian Johnson Mit: Daniel Craig, Josh O'Connor, Glenn Close

Das Schönste an guten Whodunnit-Filmen? Die Inhaltsangaben bei Wikipedia sind dreimal so lang, wie bei anderen Filmen. Daniel Craig geht einmal mehr in seiner Rolle als kultiger Detektiv Benoit Blanc auf. Umso überraschender, dass ihm Josh O'Connor sogar teilweise die Show stiehlt. Ähnlich wie bei Knives Out und besser als bei Glass Onion schafft es „Teil 3“ wieder Figurentiefe mit Witz, Unterhaltung und Emotion gleichermaßen zu verbinden.  


02. The Long Walk Regie: Francis Lawrence Mit: Cooper Hoffman, David Jonsson, Mark Hamill

Die Vereinigten Staaten von Amerika gibt es nicht mehr, doch ein repressives Regime versucht mit Hilfe einer TV-Show namens „Todesmarsch“ das Volk zu motivieren. Inhalt der Show: 100 junge Männer gehen ohne Pause mehrere hundert Meilen – wer anhält, stirbt. Wer hätte gedacht, dass eine so simple Story so viel Tragik, Freundschaft, Empathie, Positivität und Schauspielkino in sich trägt? Dieser Film berührt und hallt nach.


01. Sinners Regie: Ryan Coogler Mit: Michael B. Jordan, Hailee Steinfeld, Miles Caton

Anfang der 30er Jahre wollen die kriminellen Zwillingsbrüder Elijah (Stack) und Elias (Smoke) einen Neuanfang wagen und in ihrer Heimat in Mississippi eine Musik-Bar für ihre Community eröffnen. Dabei stoßen sie auf eine Gefahr, die den Ku-Klux-Klan wie ein kleines Problemchen verblassen lässt. Ich fasse mich kurz: 16 Oscar-Nominierungen, ein verdienter Rekord. Audiovisuell ein Meisterwerk, jede Figur charismatisch gespielt, garniert mit musikalischer Tiefe. Dieser Film hat es in meine All-Time-Top-20 geschafft.



Kommentare


Beitrag: Blog2 Post
test.png
bottom of page