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der Filmtipp: Project Hail Mary (2026)

  • Autorenbild: Michael Scharsig
    Michael Scharsig
  • 22. März
  • 3 Min. Lesezeit

Als ich zum ersten Mal The Lego Movie im Kino sah, war ich richtig gehyped, so sehr hatten mich dessen Charme und die Kreativität überrascht. Auch 21 Jump Street oder Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen haben mich bestens unterhalten. Ich gebe trotzdem zu: Als ich hörte, dass die Macher dieser Filme, Phil Lord und Christopher Miller, „Project Hail Mary“ (zu dt.: „Der Astronaut“) verfilmen würden, hatte ich Vorbehalte. Schließlich ging es hier um eine Romanvorlage von Andy Weir. Kennt ihr nicht? Der Autor ist vor allem bekannt für seinen Roman „Der Marsianer“, der ebenfalls verfilmt wurde und für mich schon jetzt zu den modernen Klassikern gehört.


Szene aus dem Film Project Hail Mary

Nur saß beim Marsianer niemand Geringeres als Ridley Scott (Alien, Gladiator, u. a.) auf dem Regie-Stuhl und die Hauptrolle wurde von Hollywood-Alleskönner Matt Damon (Le Mans 66, Departed, u. a.) perfektioniert. Regie-Legenden sind Lord und Miller noch nicht und so sehr ich Ryan Gosling schätze, auch ihn ordne ich erst einmal ein Level hinter Damon ein. Selbst der erste Trailer holte mich noch nicht komplett ab. Ich hätte beim Cast von Sandra Hüller jedoch hellhörig werden sollen und… was rede ich drumherum, ich lag so falsch. Aber worum geht es denn nun überhaupt?

„Warum bin ich hier?“ – Diese Frage stellt sich „Astronaut“ Ryland Grace als er ohne Erinnerungen auf einer Raumstation aufwacht und feststellt, der einzige Überlebende zu sein. Bruchstückhaft kehren Erinnerungen zurück, während der versucht, mit Logik und Wissenschaft am Leben zu bleiben. Schon bald wird er realisieren, dass er aufgrund seiner Fähigkeiten auserwählt wurde die Erde vor dem Untergang zu retten – und dass er auf dieser Mission nicht so allein zu sein scheint, wie vermutet.

Schon nach den ersten Screenings und Promo-Auftritten fiel auf, mit welchen Superlativen sowohl Kinogänger als auch Casting-Mitglieder um sich schmissen. Vom besten Blockbuster der letzten Jahre wurde gesprochen, dem ultimativen Erlebnis für die große Leinwand – Gosling selbst zitierte Reviews während der Saturday Night Live Ausgabe, die er als Gastgeber führte, in denen sein neuer Film in einer Liga mit E.T., Interstellar und Arrival genannt wurde. Sie sollten alle Recht behalten.


Wer ein bisschen Zeit mitbringt, der sollte sich auf ein Sci-Fi-Abenteuer einlassen, dass nur in ausgewählten Momenten mit packender Action auftrumpft. Viel mehr sind es die stillen Momente, die großen Bilder und die vielen kleinen emotionalen Augenblicke, die Project Hail Mary so sehenswert machen. Wer den Film bereits gesehen hat wird merken, dass ich hier um eine ganz bestimmte Sache herumdruckse. Das ist Absicht, weil ich so wenig verraten möchte, wie möglich. Ein paar Dinge verspreche ich euch aber: das Produktionsdesign ist Weltklasse, der Score von Komponist Daniel Pemberton trifft zu jeder Sekunde den Kern und Kameramann Greg Fraser (Dune: Part Two, Rogue One, u. a.) feuert alles ab, was Cineasten an seiner Arbeit so sehr lieben.

 

Und ja, auch Ryan Gosling, der 2018 bereits als Neil Armstrong in den Astronautenanzug stieg, liefert eine seiner besten Karriere-Darbietungen ab. Das will in einer Liste aus La La Land, Blade Runner 2049, Barbie und Drive schon etwas bedeuten. Wer jetzt noch nicht überzeugt ist sollte wissen, dass ihm Sandra Hüller sogar die Show stiehlt, wann immer die beiden die Screentime miteinander teilen. Das große Highlight ist aber die so liebenswürdige und kauzige Geschichte zweier ungleicher Freunde, die den Film ganz ohne Kitsch (naja fast), dafür aber mit viel Witz und Herz zu einem Meisterwerk aufwerten.

Fazit: ⭐⭐⭐⭐ / 5

Project Hail Mary darf bereits jetzt zu den großen Erfolgen des Kinojahrs 2026 gewertet werden. An den Kassen klingelt es rekordverdächtig, die Kritiken sind durchweg euphorisch und all das weiß der Film tatsächlich zu bestätigen. Sci-Fi-Fans kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Anhänger von Feel-Good-Geschichten oder audiovisuellen Abenteuern. Obwohl wir hier 2,5 Stunden im Kinosessel verharren, fühlt sich die Spielzeit kürzer an und Gerüchte um eine Fortsetzung machen bereits die Runde. Bitte tut das nicht. Dieses kleine Meisterwerk verdient es, für sich zu stehen.

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