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der Filmtipp: War Machine (2026)

  • Autorenbild: Michael Scharsig
    Michael Scharsig
  • 10. März
  • 3 Min. Lesezeit

Nein, hier geht’s nicht um den Typen von den Avengers. Hier geht’s um viel mehr. Der Qualitätsstreamingdienst Netflix und das Mastermind hinter The Expendables 3 haben sich zusammengetan, um der Welt ein Sci-Fi-Action-Spektakel zu liefern, wie es die Welt schon oft gesehen hat. Für diese Mammut-Aufgabe haben sie die Hauptrolle mit Alan Ritchson, einem dramaturgischen Schwergewicht aus Meisterwerken wie „Playdate – Die Action-Dads“ oder „Ghosts Of War“, besetzt. Kann die Geschichte bei so viel Potential mithalten?


Szene aus War Machine (Netflix, 2026)

Die Geschichte geht tief: Großer Starker Mann, der alles kann, verliert bei einem Einsatz seinen kleinen Bruder, der auch stark ist, aber nicht so stark wie sein großer Bruder. Großer starker Mann sehr traurig. Sehr lange sehr traurig. Um nicht mehr so traurig zu sein, will großer starker Mann der stärkste Mann von allen starken Männern werden und versucht die Aufnahmeprüfung zum Ranger zu schaffen. Während der Prüfung landet große böse Maschine in der Nähe und tut starken Männern weh. Großer starker Mann will aber nicht sterben und wehrt sich. Es wird sehr laut.

Es ist beinahe irritierend, wie gut der Film im Vergleich zu seinen Drehbuchzeilen aussieht. Wir werden jetzt hier keine Oscar-Kampagne starten, aber in Sachen CGI muss sich der Nullbrainer keineswegs vor ambitionierteren Blockbustern verstecken. Das müssten eher diejenigen tun, die versucht haben, aus dieser Story eine Art Geschichte zu entwickeln. Denn spätestens bei den Dialogen hört mein Verständnis für seichte Bumm-Bumm-Action auf. Aber bleiben wir erst einmal bei den positiven Aspekten. Die zur Action dazugehörigen Toneffekte geben alles. Bei allem, was hier so zersplittert, explodiert und zerfetzt gibt es natürlich auch richtig viel Potential für die Ohren – und es funktioniert hervorragend.


Alan Ritchson, das gebe ich zu, mag ich seit der Serie Reacher eigentlich doch ganz gerne. Leider transportiert er eben jenen Charakter auch hinüber zu War Machine – einen knurrigen Muskelprotz, der Probleme hat sozial Anschluss zu finden und nur wenigen Menschen um sich herum hat, die ihn verstehen und Zugang zu ihm finden. Während es in der Serie aber eine psychologische Ursache dafür gibt, reicht hier der Verlust eines Bruders aus. Natürlich braucht ein Actionfilm auch nicht viel mehr als das. Ich befürchte nur, dass Ritchson irgendwann auch mal etwas anderes spielen muss, um nicht für immer in exakt dieser einen Rolle gefangen zu bleiben.

Zu allem Überfluss bekommen wir dann aber noch eine ganze Reihe an nervigen Figuren präsentiert, die ein Best-Off liefern hinsichtlich fragwürdiger Charakterentwicklungen oder Eindimensionalität. Da hätten wir einerseits Esai Morales, dem ich das Ende von Mission Impossible noch nicht verziehen habe und der auch hier null Substanz mitbringt. Zusätzlich bekommen wir MAGA-Arschloch Dennis Quaid, der für nichts anderes als Militärwerbung herhält und Schauspiellegende Jai Courtney in seinen vielleicht besten fünf Minuten. Von den einzelnen Soldatengesichtern will ich gar nicht erst anfangen. Nur so viel sei gesagt. Ein Typ von ihnen muss ständig von a nach b getragen werden und ist dabei meist ohnmächtig – er macht seine Aufgabe am besten.

Fazit: ⭐⭐ / 5

Ich will das hier nicht unnötig in die Länge ziehen. War Machine ist im reinen Action-Genre ein durchschnittlicher Vertreter, der es durchaus schafft in einigen Momenten packend und rasant zu sein und dabei sogar technisch zu überzeugen. Verlangen wir aber auch nur eine Minute lang etwas, das darüber hinaus geht, bekommen wir nur Trash, Einzeiler und saudämliche Dialoge. Das Schlimmste an diesem ganzen Unfall ist, dass er zum Ende hin versucht sich als möglicher Opener eines neuen Franchise zu positionieren. Bitte. Bitte nicht.

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