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Electric Callboy – Tanzneid (2026)

Autorenbild: Michael Scharsig
Michael Scharsig
7. Aug.
2 Min. Lesezeit

Bevor das hier gleich klingen wird wie der Zerriss eines Haters: Ich halte Electric Callboy für eine der talentiertesten Mainstream-Artists, die wir in diesem Land haben. Der zweite „Durchbruch“ mit Sänger Nico war so etwas wie das Seelenheil durch die Pandemie hinweg und ich gönne der Truppe sämtliche Erfolge. Es ist leider aber auch so, dass ich durch ihre Omnipräsenz auf Festivals, nie aufhörenden Touren und dauerbrennenden Viralhits auf YouTube eine Pause brauche. Kommt ihr neues Album da genau richtig oder ist das mieses Timing?  

Pressefoto von Electric Callboy

Pluspunkte

Mit RATATATA und Elevator Operator befinden sich gleich zwei der größten Erfolge der Band auf diesem Album. Zudem liefert die Band mit Revery mal einen düsteren Ansatz im Stranger-Things-Vibe und mit „Still Waiting“ ein Cover von Sum 41, dass sogar mehr Energie als das Original mitbringt. Das reicht eigentlich auch schon aus, um die Setlist der international gefeierten Konzerte der Band auszubauen.

Schwachpunkte

Bei Tekkno konnte es noch besser kaschiert werden, doch Tanzneid ist deutlich anzuhören, dass Electric Callboy eher Compilations als in sich geschlossene Alben veröffentlichen. Wir bekommen die Hits der letzten drei bis vier Jahre mit gerade einmal zwei neuen Tracks zum LP-Release. Diese sind dann leider auch eher Durchschnitt. Mit The Way You Are wird zudem ein alter Gag neu aufgekocht und auch die Remixe der elektronischen Kollabs bleiben auf Parookaville-Niveau.

Fazit: ⭐⭐⭐ / 5

Electric Callboy werden die Partycore-Schiene melken bis zum St. Nimmerleinstag und das ist auch okay so. Es gibt ohnehin zu wenig humorvollen und positiv gestimmten Metal. Schade finde ich, dass die Jungs eigentlich viel mehr Bandbreite auf dem Kasten hätten und das hin und wieder ja auch mal durchblinzelt. Tanzneid ist der kleine Bruder von Tekkno mit weniger Hitdichte – ich würde mir einfach mal wünschen, dass sich Kevin, Nico & Co. für Monate in ein Studio verkriechen und dann eine homogene Platte mit musikalischem Konzept und maximal drei Vorabsingles veröffentlichen.  

Meine drei Highlights: RATATATA, Elevator Operator, Still Waiting

Das Album könnte Dir gefallen, wenn Du diese Artists gerne hörst: Pizza Samurai Cats, The Browning, Enter Shikari


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