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Lord Of The Lost - OPVS NOIR VOl. II (2025)

  • Autorenbild: Michael Scharsig
    Michael Scharsig
  • 2. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Wer sich gerne die Musik von Lord Of The Lost anhört und sich mit Chris Harms und Co. beschäftigt, der hatte in den vergangenen Jahren richtig viel zu tun: Eurovision, Solo-Platte, Cover-Compilation - und mit OPVS NOIR Vol. 1 zuletzt auch ein richtig gutes Studioalbum. Meine Review dazu könnt ihr HIER lesen. 


Ich kann euch aber bereits insofern spoilern, dass mir die konsistente Hit-Dichte, das Songwriting und die durchweg passende Atmosphäre gefielen. Als zweiter Teil einer Trilogie kommt nun also wenige Monate später OPVS NOIR VOL. 2. Für Musiksammler und Playlist-Creator jetzt schon ein Gewinn, aber wird das Album seinem Vorgänger gerecht?


Pressefoto von Lord Of The Lost

Die gute Nachricht trägt gleichzeitig auch etwas Ernüchterndes. Aber nur ein bisschen. Mit dem Opener The Fall From Grace wird gleich zu Beginn der ohrwurmtauglichste Track verpulvert. Top-Hook, viel Energie und ein spürbarer roter Faden, der sich aus dem Vorgänger herziehen lässt. Would You Walk With Me Through Hell? lässt dann Lena Scissorhands von Infected Rain zu Piano Arpeggios und Phantom-der-Oper Vibes auf die Hörer los. Stark! Soweit so noir!


One Of Us Will Be Next schaltet nach den ersten beiden Tritten aufs Gaspedal deutlich runter. Balladesk, mit Streichern untermalt, aber leider auch ein bisschen nach Formel. Vor allem der Refrain wirft mich etwas raus. Zum Glück verlässt der Synthie das Aufnahmestudio der Band nie wirklich. Im anschließenden Walls Of Eden wummert dieser gleich zu Beginn los. Der Rest des Songs lässt Harms scheinen, wobei mir hier aber vor allem die Riffs zum Ende gefallen.



Dann aber folgt das, was ich als Mutprobe feiere und gleichzeitig als Störfaktor des Konzeptes verurteile. Raveyard mit ESC-Buddy Käärijä fällt komplett aus dem Muster. Zwar wirkt das Ganze anfangs noch atmosphärisch trotz Four-to-the-Floor eingeflechtet zu werden, doch der deutsch-finnische Rap-Part des Gastes zerstört für mich dann alles. Der Rammstein-Fan klingt mir einfach zu sehr nach skandinavischem Haftbefehl


The Last Star startet routiniert energetisch, macht dann aber kurz Pause, um anschließend mit dystopischen Retro-Synth-Vocals wieder Anlauf zu nehmen. Wenn da nicht mal die Instrumente von Harms’ Solo-Album im Spiel waren. Für mich ein Highlight. What Have We Become? mit Industrial-Synth-Artist IAMX aka Sneaker Pimps-Gründer Chris Corner überrascht vor allem mit seiner epischen Harmonie zwischen Growls und Highs, die Matt Bellamy stolz machen würde.


Winter’s Dying Heart macht danach nix falsch, ist top-durchproduziert und passt wie Faust aufs Harms Stimme. Aus irgendeinem Grund ist er aber auch der Track, der bei mir am wenigsten nachhallt. Scarlight lässt dann Orgeln und Drums schmettern, geht wieder mehr nach vorne baut hier und da kleinere coole Key-Changes ein. Höhepunkt hier ist aber ein lupenreines Gitarrensolo. Please Break The Silence (oder auch: das Comeback des Synth-Intros) beweist - wie schon zuvor bei Light Can Only Shine In The Darkness mit Sharon den Adel von Within Temptation - wie gut Harms mit weiblichen Stimmen harmoniert. In diesem Fall steht Anna Brunner von League Of Distortion an seiner Seite. “Sharp Edges” verpufft als emotionaler Abschluss leider ein wenig.  


Fazit: ⭐⭐⭐/ 5


Der Vorgänger ist meiner Meinung nach ein Peak-Moment für Lord Of The Lost. Wenn ich also sage, OPVS NOIR VOL. 2 kommt da nicht heran, ist das nicht so negativ gemeint, wie es vielleicht klingen mag. Doch anders als bei VOL. 1 gibt’s hier zwei, drei Songs, die bei mir nicht hängen bleiben - und eben diesen einen Totalausfall. Ansonsten wird die hohe Qualität aber gehalten und ich habe richtig Bock auf den Abschluss der Trilogie. Betrachtet die 3 Sterne also eher als 3,5 mit Luft nach oben.



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