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Media Monday #793: Er ist wieder da

Autorenbild: Michael Scharsig
Michael Scharsig
vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 19 Minuten

Aufmerksame Follower, Stalker und Genre-Freunde wissen vielleicht bereits, dass ich 2013 als „der Filmtipp“ angefangen habe. Damals noch ausschließlich in der Welt der Filmbloggerei unterwegs, lernte ich schnell das Medienjournal und dessen Media Monday kennen – ein von Medienmacher Wulf bereitgestellter wöchentlicher Lückentext, den wir kreative Mitteilungsbedürftige in Blogbeiträge umwandelten und diesen Content teilten und veröffentlichten. Weil ich zwischendurch aus der Blogszene verschwand, über den Cine Entertainment Talk im Podcast-Universum landete und anschließend meine eigenen Inhalte auf Film UND Musik ausrichtete, verlor ich den Media Monday aus den Augen.


Farin Urlaub, Marilyn Manson, Ulrich Siegmund, Dusche

Sagen wir eher, ich wusste nicht einmal, dass es ihn noch gibt. Über Stammkollege Riley und Passion Of Arts bin ich nun wieder darauf aufmerksam geworden und – kleister die Wand an – der ganze Spaß war nie fort und befindet sich mittlerweile bei Episode 793. Ich könnte mir jetzt kuriose Gründe aus den Rippen schneiden, warum ausgerechnet JETZT der perfekte Zeitpunkt für meinen Wiedereinstieg ist, aber zu der Zahl 793 habe ich nun wirklich keine spezielle Verbindung. Begnügen wir uns einfach damit, dass ich wieder mehr schreiben möchte und Lust auf den ganzen Spaß hier habe. Also, let’s go!

1. ICH MUSS GESTEHEN das neue Album von Farin Urlaub holt mich bislang leider noch nicht so ab. Das erwähne ich erstens, weil er eines meiner absoluten Vorbilder ist und eigentlich alles darf und zweitens, „Ein Lächeln im Gesicht“ am 4. September veröffentlicht wurde. Der Meister selbst hat seine Anhänger in einer Mail darum gebeten, dem Album Zeit zu geben und sich erst eine Meinung zu bilden, wenn man es mehrfach durchgehört hat. Das ist algorithmisch betrachtet eine schlaue Ansage, ich glaube ihm aber, dass er sich das ehrlich wünscht und mehrfach hören werde ich es sowieso. Leider merkt man dem Album an, dass die einzelnen Tracks verteilt auf mehrere Jahre entstanden sind und so wirkt das alles nicht sehr homogen, die Produktion klingt teilweise extrem unterschiedlich und leider auch nicht immer kraftvoll.



2. Dass ich dazu neige schnell politisch zu werden MÖGE MAN MIR NACHSEHEN, ABER ich denke die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat gezeigt, wo wir als Gesellschaft mittlerweile angekommen sind. Unsere Art zu leben und der Schutz unserer demokratischen Werte waren noch nie so sehr in Gefahr. Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, weshalb es mich unfassbar triggert, dass Falschinformationen, Bot-Farmen, Hasskampagnen und Rassismus mittlerweile so ungefiltert ihren Platz bei uns gefunden haben. Die Alphaville-Debatte beim diesjährigen Glücksgefühle Festival ist nur eines der 1.000 Symptome unserer vergifteten Lebensweise. Vergiftet von AfD, Trump, Putin & Co. Umso tragischer, dass ausgerechnet die, die uns davor schützen müssten, demokratische Parteien, Journalismus und Popkultur, die größte Mitschuld daran tragen. Nun ja… zurück zu Musik und Film.

3. ALLZU GENAU HINSCHAUEN SOLLTE MAN NICHT, WENN man beim neuen Netflix-Thriller „Der Kinderflüsterer“ viel Flüstern erwartet. Oder wenn tief in einem die naive Hoffnung schlummert, Gal Gadot würde in „Runner“ zu irgendeinem Zeitpunkt schauspielern. Oder wenn man sich in Jason Stathams neuem Actionflop „Mutiny“ („Meuterei“) auf irgendeine Form der Meuterei freut. Oder… ach, wem ich mache ich etwas vor. Ich muss dringend mal wieder einen guten Film gucken.

4. Ein Protostern WÄRE EIN ECHTER STAR, WÜRDE er nicht nur aus einer kollabierenden Gas- und Staubwolke entstehen und sich darauf ausruhen, sondern in seinem Kern endlich die Wasserstofffusion abfeuern. Ich meine, so schwer ist das doch nicht. Einfach den Kern ausreichend komprimieren und aufheizen und ab mit der Wasserstofffusion. Komm schon!

 

5. ICH GLAUBE LANGSAM NICHTS MEHR, DASS sowohl Marilyn Manson als auch In This Moment noch einmal zu ihren alten Stärken zurückfinden werden. Beide verordne ich vor allem im Industrial-Metal mit Ausflügen in den Mainstream. Unabhängig von seinen privaten Skandalen hat sich Manson leider dazu entschieden, auf seinen rauen, energiegeladenen Rock weitestgehend zu verzichten und sich weiterhin auf diese pseudo-rituellen Schlafmittel-Nachdenker einzuschießen. Das soll vermutlich Kunst sein, sein neues Album „One Assassination Under God - Chapter 2“ bleibt trotzdem der vierte Rohrkrepierer in Folge. Exakt das trifft auch auf Maria Brink & Co. zu. Auch ihr neues Album „Witch“ ist der vierte Schwächling hintereinander, bestückt mit Plattitüden, Slow-Mo-Metal und langweilig-unbissigen Texten.


6. Dabei IST NUN WIRKLICH nicht alles schlecht, was gerade im Bereich Film und Musik gedroppt wird. Da hätten wir zum Beispiel die Buddy-Action-Comedy „Mayday“, mit Ryan Reynolds und Kenneth Brannagh, die sich als ungleiches Duo durch das Russland des Kalten Krieges in die Freiheit retten wollen. Wer Panik vor Reynolds Klamauk hat wird sich freuen, dass er diesen hier deutlich runterfährt und dafür seinem Gegenüber viel Raum für dessen stoischen Humor bietet. Musikalisch gesehen höre ich gerade vor allem „Pure Ecstasy“ von Beartooth und „Everything’s Falling“ von The Warning – wer auf theatralischen Pop-Punk-Metalcore bzw. düster angehauchten Classic-Rock steht, wird Spaß an diesen beiden Alben haben. 7. ZULETZT HABE ICH geduscht UND DAS WAR äußerst angenehm, WEIL Hygiene einfach ein zeitloses Konzept ist und meine Wohnung von diesem Sommer noch immer so aufgewärmt ist, wie meine Buchstabensuppe, als ich den Ofen angelassen habe.


Zum Media Monday 739 geht's HIER entlang

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