Nessa Barrett – Tough Love (2026)
Da war jemand busy. In der ersten Jahreshälfte veröffentlichte Nessa Barrett mit „Jesus Loves A Primadonna“ eine EP aus stolzen acht Tracks. Zudem ist ihr darauf existierender Song „High On Heaven“ einer meiner Lieblinge des Jahres – ich mag Songs, die diese Vibes von James-Bond-Themes vermitteln. Abgesehen von der großartigen Stimme hadere aber meist mit der Konsistenz ihrer Studioalben. Ändert sich das auf ihrem neuen Longplayer „Tough Love“?

Pluspunkte
Eine Sache, die mir sofort auffiel: endlich wieder mehr Gitarrensound, wie z. B. im titelgebenden Opener, Dracula oder Glamorous. Das gesamte Album trägt düstere, theatralische Klangfarben, ohne Single-Pop-Ausreißer. Melancholischer Goth-Pop, der wie aus einem cineastischen Thriller geflohen scheint. In Bad Girls Never Die bekommen wir sogar warme synths, 80s-Vibes und Streicher am Ende. In sich stringent und passend zu Barretts dunkler Blues-Persona.
Schwachpunkte
Auch, wenn das Album reifer als seine Vorgänger wirkt, es fehlen ihm dann doch die ein, zwei größeren Hits mit Ohrwurmcharakter. Viel zum Mitsingen bleibt nicht hängen. In der zweiten Hälfte verliert das Ganze zudem seinen schaurig-groovenden Schwung und driftet zu sehr ab, in die repetitiven Pick-Me-Daddy-Thematiken. Ein bisschen mehr Dramatik, zumindest in ein bis zwei Songs hätten dem Gesamtbild gutgetan.
Fazit: ⭐⭐⭐ / 5
„Tough Love“ gefällt mir aufgrund seiner klaren dunklen Ästhetik und seiner Mischung aus James Bond Themes und melancholischem Herzschmerz. Dass Barretts hauchiger, intimer Gesang zu meinen absoluten Favoriten der letzten Jahre gehört ist kein Geheimnis. Du weißt einfach nie, ob Du gleich von einem Vampir in einem dreckigen Saloon vergiftet wirst, oder ob Du Nessa gerade das Herz gebrochen hast. Das Problem ist, dass Atmosphäre und Konzept bei ihr zum „Durchhören“ der Alben funktionieren. Einzelne großartige Stücke wie „Hell Is A Teenage Girl“ oder „High On Heaven“ fehlen nun aber doch.
Meine drei Highlights: Tough Love, Dracula, Glamorous
Das Album könnte Dir gefallen, wenn Du diese Artists gerne hörst: Ethel Cain, Dove Cameron, Isabel LaRosa





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