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Boys Noize – 7LLVSION (2026)

Autorenbild: Michael Scharsig
Michael Scharsig
vor 1 Tag
2 Min. Lesezeit

Wenn ich jemandem erzähle, dass ich auf elektronische Musik stehe, dann meine ich weder Berlin-Techno noch Tomorrowland-EDM, weder meditative Klangwelten noch Schranz. Der erste Name, den ich immer droppe ist Alex Ridha aka Boys Noize. Seit seinem Erstling Oi Oi Oi (2007) verfolge ich dessen Laufbahn und liebe seinen Rave-Mix aus dunklem, punkigen Elektro Clash, Acid-House, Industrial oder EBM. Seine Zusammenarbeit mit Nine Inch Nails zu Beginn des Jahres war bereits ein Meisterwerk, wie würde er seinen Sound nun auf seinem neuen Solo-Album 7LLVSION fortführeFoton?


Pressefoto von Boys Noize 2026
Foto: Ian Buosi

Pluspunkte


Illusion klingt, als hätte Boys Noize „Oi Oi Oi“ ins Hier & Jetzt befördert. 1+1+1 oder Wake Me Up erinnern an „Out Of The Black“. HYYTUP versprüht den Vibe von „Mayday“, I Need Luv erinnert an die „Go Hard“-EP, Sh5b0mbe wirkt wie ein Club-Hit der STRICTLY-BVNKER-Reihe. Trotzdem finden Zeitgeist-Sounds wie Acid Baile bzw. Funk Carioca, Acts wie Brutalismus 3000 oder Genre-Ausreißer wie Ycore mit Mayah Alkhateri ihren Platz und alles fügt sich ineinander.


Schwachpunkte


Wer dystopisch-groovige Nummern wie Close oder Overthrow sucht, wird hier nicht fündig. Bassige Hit-Singles wie Girl Crush oder Retro-House-Tracks wie Mvnline, Jeffer, Starwin und Yeah gibt’s hier ebenfalls nicht. Zudem ist ILLVSION mit gerade einmal 38 Minuten Spielzeit das mit Abstand kürzeste Boys-Noize-Album. Irgendwie trifft er auch hiermit den Zeitgeist, nur wäre aufgrund der hohen Qualität natürlich mehr Stoff auch ganz cool gewesen.



Fazit: ⭐⭐⭐⭐⭐ / 5


Boys Noize wandelt wie kein zweiter zwischen verschiedenen Genres hin und her und verlässt dabei nie seinen Signature Sound. Es ist beinahe unmöglich immer alle Stile, für die ihn seine Anhänger feiern, auf ein Album zu packen. Vielleicht ist 7LLVSION gerade deshalb das konsequenteste Album. Es füttert den Durst nach Ridhas‘ Electro Clash und transportiert ihn auf die Tanzflächen der heute härteren Beats. Definitiv live-orientierter und ohne Durchhänger. Damit gelingt ihm nach Nine Inch Noize direkt ein zweiter Fünfer dieses Jahr.


Meine drei Highlights: Illusion, HYYTUP, Sireneh

Das Album könnte Dir gefallen, wenn Du diese Artists gerne hörst: Vitalic, Justice, The Bloody Beetroots



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