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Meine 20 Pop-Songs des Jahres 2025

  • Autorenbild: Michael Scharsig
    Michael Scharsig
  • 12. Jan.
  • 6 Min. Lesezeit

Da ich 2025 endlich wieder ein bisschen mehr Musik als üblich gehört habe baue ich zum Jahresabschluss meine Top-Listen im Vergleich zum Vorjahr aus. Dieses Jahr gibt es also für Rock, Metal, Electronic und Pop jeweils Album- UND Song-Empfehlungen. Der Bereich „Pop“ ist bei mir immer der Wildeste, da ich verblüffend wenig aus dem Mainstream in meine Algorithmen gespült bekomme.


Dieses Jahr hatte ich mir allerdings vorgenommen, meinen Horizont zu erweitern. Glaubt es oder nicht, dadurch habe ich dieses Jahr u. a. zum ersten Mal FKA Twigs, Sabrina Carpenter, Little Simz, Zartmann oder Tyler, The Creator gehört. Die Namen sind mir natürlich alle ein Begriff, nur habe ich sie nie bewusst verfolgt. Ein Teil dieser Artists hat es nun sogar in meinen Jahresrückblick geschafft.


Was mir dabei vor allem auffällt ist, dass vor gerade das Schwelgen in Retro-Klängen der Disco-Welt und das Ausbrechen aus 08/15-Pop-Strukturen für mich dieses Jahr richtig gut funktioniert haben. Nicht jede Nummer war ein Ohrwurm und blieb trotzdem irgendwie auf Repeat. Das ist – und das betone ich bewusst – vor allem der Frauenwelt zu verdanken. Hier kommen meine 20 Pop-Songs des Jahres 2025:


20. Mariam Shengelia – Freedom

Im westlichen Mainstream ist Mariam der Masse noch gar nicht so bekannt. Doch die Sängerin trat 2025 für Georgien beim Eurovision Song Contest in Basel an. Vom Sender GPB intern nominiert, „scheiterte“ die 22-Jährige mit Freedom bereits im Halbfinale, was allerdings nichts über die Qualität dieser kleinen modernen Bond-Hymne mit wichtiger Botschaft aussagt.



19. Tyler The Creator – Sugar On My Tongue

Das ist also der erste Song von Tyler, The Creator, den ich jemals bewusst gehört habe. Hätte ich eher reinhören sollen oder geht der hier bewusst gaga? Er blieb mir samt seines sehr bunten und freizügigen Latex-Videos auf jeden Fall im Schädel. Worum’s geht dürfte klar sein. Der Mix aus Italo Disco, Funk und Pop rundet das ganze Ding mit Einsatz von Synthie-Spielereien locker ab.



18. Gorillaz & Sparks – The Happy Dictator

„Während wir in die Zukunft marschieren, wächst die Freude“ – Gorillaz & Sparks versprühen Optimismus. Kann die Welt gut gebrauchen. Der Mix aus den ikonischen Stimmen beider Artists und die verspielte, mitpfeifende Musik hypen tatsächlich ein bisschen up, untermalt von sehr coolen Chören. Wir dürfen uns wohl auf ein spannendes neues Gorillaz-Album freuen.



17. Miley Cyrus & Brittany Howard – Walk of Fame

Wer auch nur im Entferntesten auf Disco steht, der kam 2025 eigentlich nicht an Miley vorbei. Mit einer halben Fußballmannschaft an Singles aus ihrem aktuellen Album erinnert sie auf sehr stilvolle Weise an Größen wie ABBA, Culture Club, Kylie Minogue, Donna Summer & Co. Das ist zu keiner Zeit eine peinliche Kopie, sondern ein sehr durchdachtes Konzept mit starker Stimme.



16. FKA Twigs – Love Crimes

Diese Frau ist anders. Visuell inspiriert von Filmen wie Under the Skin geht’s im Video auf Stop-Motion-Reise einer außerirdischen Sex-Touristin durch die verruchte Nachtwelt Soho Londons. Begleitet von dystopisch-dunklem Techno und Underground-House – nur ein Song, der vielen abgefahrenen Nummer ihrer beiden (!) Alben Eusexia und Eusexia Afterglow.



15. Rosalia – Berghain

Der Berliner Techno-Club dient hier nur als Metapher für einen Ort extremer Erfahrungen, Ekstase und der Hürden, dort einzutreten. Machen wir uns nichts vor. Rosalias Welthit ist kein Ohrwurm, aber dafür in seiner Ausstrahlungskraft umso beeindruckender. Auch wenn ich mit Spiritualität & Religion nichts anfangen kann, holt mich die cineastische Dramatik sehr ab.



14. Charli xcx – Chains Of Love

Kritiker können der 33-Jährigen Vieles vorwerfen. Eindimensionalität gehört nicht dazu. Nach House, der düsteren Nummer mit John Cale von The Velvet Underground, zeigt auch dieser Track, wohin die Reise in Zukunft gehen wird. Brat-Vibes sind vorerst im Urlaub. Stattdessen arbeitet sie am Soundtrack des Erotikfilms Wuthering Heights & dies hier ist der dunkle Vorgeschmack.



13. Sophie and the Giants – Loser

Mein 2025 ist definitiv vollgepackt mit Disco und Dance-Pop und es wäre fahrlässig gewesen, hätten wir in diesem Jahr nichts von Sophie & The Giants gehört. Ihr Mini-Album 00:00 (ausgesprochen „Midnight“) ist vollgepackt mit sehr coolen Tracks. In diesem Fall geht’s um Selbstsabotage und sich darüber im Klaren zu sein, dieser häufiger zu verfallen.



12. Damiano David – Next Summer

Sowohl seine Band Måneskin als auch Frontmann Damiano David selbst beherrschen es wie kein Zweiter, die „mainstreamigsten“ Melodien und Texte zu droppen und gleichzeitig irgendwie trotzdem dem Vibe des Clubrocks treu zu bleiben. Dieser Song hier ist keine Ausnahme. Große Gefühle, perfekt für einen ESC-Song. Guilty Pleasure – aber eben auch in einem Gefängnis gefilmt.



11. Tom Odell – Don’t Let Me Go

Ohne das abwertend zu meinen: Tom Odell ist der Emo, den Emo-Bands nie gefunden haben. Dabei schätze ich neben seiner großartigen Stimme aber vor allem die Konsistenz. Statt Lautstärke und Drastik bleibt der Mann seiner unaufgeregten Musik treu und zwischen all seinen neuen Nummer beschreibt das wohl keinen Song so gut wie Don’t Let Me Go.



10. EJAE – In Another World

Ich hatte echt gedacht, ich könnte mich KPop Demon Hunters komplett entziehen. Bis ich gecheckt habe, dass EJAE die Stimme hinter „Rumi“ ist. Halten wir uns vor Augen: Diese wirklich gefühlvoll vorgetragene und sauber durchproduzierte Nummer ist ein fucking Debüt. Vor allem im Refrain ist zudem zu hören, welche Kraft die Stimme der US-Koreanerin hergibt.



09. RAYE – Where Is My Husband?

Auf humorvolle und energetische Art und Weise wirft sich RAYE in einen Loop aus Frust und Sehnsucht nach einem lebenslangen Partner in Zeiten des modernen Datings. All das verpackt in einem klassischen Retro-Sound, der irgendwo zwischen Swing, Pop und Jazz tanzt und einem Musikvideo, dass zwischen Schwarz und Weiß wechselt. Macht Laune & lässt jegliches Gewicht links liegen.



08. Faouzia – Unethical

Aufgebaut wie eine Powerballade, hinterfragt die kanadisch-marokkanische Sängerin hier mal ironisch, mal unironisch die Ethik hinter toxischen Beziehungen und emotionalem Missbrauch. Inhaltlich ist der Text dabei sehr bewusst „hart“ und bildlich, um der ganzen Sache die Intensität zu verleihen, die sie ausdrücken möchte. Finde ich spannend, funktioniert aber auch einfach so.



07. Olivia Dean – So Easy (To Fall In Love)

Man sieht sich immer zweimal im Leben. In meiner Podcast Folge mit Anika Peters empfahl Anika mir noch Olivia Dean und kaum 1,5 Jahre später scheint die britische Neo-Soul-Sängerin eine der Durchstarterinnen der letzten Monate zu werden. Zurecht! So Easy ist neben vielen großartigen Veröffentlichungen der Song, der mir mit seiner Leichtigkeit am stärksten im Kopf bleibt.



06. Little Simz feat. Obongjayar & Moonchild Sanelly – Flood

Wenn es einen Algorithmus gibt, der mir hin und wieder tatsächlich sinnvolle Vorschläge macht, dann ist es der von YouTube. So ist diese Nummer von Produzent Miles Clinton James eine kraftvoll-stille Warnung vor Oberflächlichkeit, die mich von Sekunde 1 geweckt hat – untermalt mit sehr geilen Drumsounds. Obwohl Lotus bereits ihr 6. Album ist, ist’s für mich eine Neuentdeckung!



05. Nina Chuba – Fahr Zur Hölle

Das neue Album von Nina Chuba habe ich ausführlich HIER besprochen. Ausgerechnet abseits der vielen Single-Auskopplungen ist vor allem dieser Track hier nie so wirklich aus meinen Playlists verschwunden. Schön elektronisch, wie schon auf der Waldbrand EP, und gleichzeitig sehr cool arrangiert, ein bisschen düsterer und spannend.



04. Chris Harms – She Called Me Diaval

Noch bevor Lord Of The Lost mit OPVS NOIR VOL. I ihr vielleicht stärkstes Album veröffentlichten, schloss Sänger Chris Harms alte 80er Geräte an und baute daraus eine durchweg funktionierende Nostalgie-LP. Weil dieser Track hier wie Deutsche The Weeknd klingt, empfehle ich euch ihn anzuhören. It’s a synth!



03. Tommy Cash – Espresso Macchiato

In einer aktuell eher verrohten und verkorksten Welt ist nichts schöner, als all diesen ganzen Bullshit auch mal auszublenden. Musikalisch konnte ich das dieses Jahr vor allem bei dieser Italo-Parodie, mit der Tommy Cash beim diesjährigen ESC antrat. Erinnert an We No Speak Americano, holte den 3. Platz und bleibt einfach im Kopf – ob man will oder nicht.



02. Miles Caton – I Lied To You

Der US-amerikanische Musiker und Schauspieler ist gerade einmal 20 Jahre alt, doch besitzt er eine Stimme, als hätte er 50 Jahre Welt erlebt. In seiner Rolle als Blues-Musiker Sammie „Preacher Boy“ Moore gelingt ihm mit seinem Song der inhaltliche Höhepunkt des ohnehin sehenswerten Vampir-Meisterwerks Sinners von Ryan Coogler – eine Szene, die nachhallt.



01. Lady Gaga – Abracadabra

Bereits im vergangenen Jahr feierte Lady Gaga in meinem Jahresrückblick 2024 den ersten Platz. Damals noch mit Die With A Smile, der meistgestreamten Kollabo mit Bruno Mars. 2025 droppte sie ihr Album MAYHEM und ich hätte ehrlich gesagt gleich drei bis vier Songs wählen können. Diese energetische Nummer hier überzeugt vor allem samt Video!



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