Miley – Bass Persuades (2026)
Miley Cyrus hat mal wieder ihren Namen und ihren Sound neu erfunden. Das ist nicht so abwertend gemeint, wie ich das meine. Ich sehe in ihr schon lange nicht mehr den Fließband-Popstar auf Rezept. Ihre Experimentierfreude macht ihre Musik spannend. Auch für „Bass Persuades“ wird auf dem Papier wird hier vieles richtig gemacht. Miley hat sich Kid Harpoon, Michael Pollack, Maxx Morando sowie spannende Artists wie The Monsters & Strangerz, Andrew Wyatt oder Model/Actriz ins Studio geholt. Wie klingt das Ergebnis?

Pluspunkte
In seinen besten Momenten versprüht das Album tatsächlich düstere, industrielle Dance-Pop-Vibes, die Hoffnung auf eine verruchte Underground-Experience machen. Vor allem die Nummern mit verzerrten Bässen, Wave-Beats, druckvollen Kicks und treibenden Rhythmen harmonieren mit ihrem Sprechgesang oder ihrer verführerisch-melodischen Parts. Als hätte Lady Gagas „Mayhem“ eine kleine Alt-Schwester. Ironischerweise ist ausgerechnet die atmosphärische Ballade „Orbit“ mein Favorit.
Schwachpunkte
Fehler, die leider häufig im Mainstream begangen werden, um die vermeintliche Zielgruppe nicht zu verschrecken: den generischsten Song als Vorabsingle zu veröffentlichen. Wie ein Vorbote auf experimentellen Dark-Pop wirkte diese nun wirklich nicht. Die Wahrheit ist aber auch, dass Miley es nicht schafft, bei gerade mal neun Tracks und einem Remix ihrem Konzept selbst treu zu bleiben. So sind ausgerechnet eine Ballade und zwei Features die Highlights.
Fazit: ⭐⭐⭐ / 5
Ich werde das Gefühl nicht los, dass gerade reduzierter Pop eigentlich das wäre, was die Künstlerin Miley Cyrus ausmachen würde (Ich habe mittlerweile aufgegeben für sie als Rock-/Pop-Artists zu werben). Immer wieder taucht sie in Ecken ein, die eher weniger massentauglich erscheinen, nur um dann aber doch noch zwei, drei generische Nummern in ihre Konzepte zu pressen. Das müsste sie nicht tun. Bei jeder neuen LP schimmert hin und wieder durch, dass sie als Alternative Artist funktionieren würde, würde sie ihren Outputs mehr Geduld geben.
Meine drei Highlights: Orbit, Different Religion, Snow
Das Album könnte Dir gefallen, wenn Du diese Artists gerne hörst:
Cannons, Nessa Barrett, Laurel





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