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Media Monday #793: Seid nett zu Jennifer

Autorenbild: Michael Scharsig
Michael Scharsig
vor 1 Tag
3 Min. Lesezeit

Einen wunderschönen Montag wünsche ich euch. Was waren das für verrückte Tage. Rock am Ring kündigt die erste Bandwelle an, HOPE macht mich in der Pressevorführung fertig, Jennifer Lawrence ist zurück auf Instagram, Slipknot vergeigen ihre neue Single, mein Club dominiert die 2. Liga, und nicht zuletzt befand ich mich mitten in einem Kino-Streik. Jede Menge Futter für die nächste Runde des Media Monday. Hier kommt Episode 794:

Jennifer Lawrence, President, Ted Lasso, HOPE

1. WÄHREND ES BEI SERIEN FRÜHER EINMAL etwas Besonderes war sich auf eine neue Folge zu freuen oder auf die nächste Staffel einzustimmen, sind die meisten Produktionen mittlerweile nur noch Opfer unserer ungeduldigen Binge-Gewohnheiten. Ich finde nach wie vor, dass wir hier mehr verlieren als gewinnen. Gleichzeitig sinkt mein Interesse an Serien stetig, wenn erfolgreiche Shows trotz guter Kritiken und Presse einfach so von irgendeinem seelenlose Streaming-Riesen gekillt werden. Team Spider-Noir!

2. Jennifer Lawrence BRAUCHT ZWAR EINE WEILE, UM in den Sozialen Netzwerken Fuß zu fassen, doch ihr Debüt auf Instagram ist für mich jetzt schon legendär. Machen wir uns nichts vor, vermutlich ist das alles nur ein PR-Stunt für eines ihrer kommenden Projekte. Doch direkt im ersten Beitrag ungeschminkt und mit finsterer Miene zu drohen „Lese ich hier irgendwas Gemeines, gehe ich wieder“ hat schon Klasse. Ebenso wie Dakota Johnsons Kommentar: „Sl*t“.

3. OHNE ÜBERTREIBEN ZU WOLLEN, HAT mir der neue südkoreanische Kino-Hit HOPE in seinen ersten 50 Minuten wirklich ein Produktionsdesign geliefert, von dem ich sage: „So etwas habe ich bislang kaum im Kino gesehen.“ Wir ignorieren jetzt einfach mal den qualitativen Absturz in Hälfte 2, denn allein für den Einstieg verdient der Film es gesehen zu werden. Zuletzt habe ich eine solche Detailliebe bei Godzilla Minus One oder The Impossible gesehen, Wahnsinn.


4. Die vierte Staffel von Ted Lasso WUSSTE MICH SCHNELL EINZUNEHMEN, DENN auch wenn sie durchaus ihre Kritiker besitzt und bislang sicherlich noch Luft nach oben hat, ich vertraue dem Coach. Der Cast ist einfach zu eingespielt, die Chemie zu vertraut, als dass mich einige Kleinigkeiten und Nebenfiguren rauswerfen könnten. Vielmehr finde ich, dass Alice ein super interessanter Charakter zu sein scheint. Ich würde mir allerdings wünschen, dass auch aus der Frauenmannschaft irgendwann mehr Figuren an Stellenwert gewinnen. Wenn wir immer nur Jamie, Roy und Co. bekommen, dann hätte es den Geschlechterwechsel nicht gebraucht.

5. ICH HÄTTE JA NICHT GEDACHT, DASS MICH das Debüt-Album der Band President so sehr begeistert. Die bis heute zumindest noch offiziell anonyme Truppe weiß mit allen möglichen Genres zu spielen, diese aber im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen, gewissenhaft, zweckdienlich und gekonnt miteinander zu verweben. Lange habe ich „Blood Of Your Empire“ vor mir hergeschoben, weil ich von der neuen Sleep-Token-LP so genervt war. Beide Bands habe ich irgendwie immer in eine Schublade gepackt. Nicht musikalisch, aber wegen der Masken, der gleichen Netzwerke und der Genre-Vielfalt. President haben nun sicherlich die Nase vorn bei mir.

6. Das neue Album von Beartooth PUNKTET GANZ SCHNÖRKELLOS MIT jeder Menge Energie, Positivität und Durchschlagskraft. Wer sich am Coming Out von Sänger Caleb Shlomo stört, hat ohnehin ganz andere Probleme. Doch auch die viel kritisierte Vorabsingle „Free“ ist zum Glück nur ein Ausreißer. Den meisten Songs fehlt der große Ohrwurm, dafür besitzen lassen die Tracks auf „Pure Ecstasy“ aber erkennen, dass hier viel mehr kreativer Input von außerhalb Einfluss hatte, ebenso wie ein ausgebauter Kollektivgedanke. Das steht der Band, ein hochwertiges Album!


7. ZULETZT HABE ICH im Kino The Dog Stars aka Das Ende der Sterne gesehen UND DAS WAR eine einzigartige Erfahrung, weil in dem Kino, wo wir den Film sehen wollten, gestreikt wurde, gleichzeitig aber 5-Euro-Wochenende war und jeder Saal mit Ausnahme von Zauberhafte Schwestern 2 komplett gefüllt war. Wir sind also in ein anderes Kino gegangen und haben uns dort dann den Film angeschaut, der ebenfalls weird war. Wirkt die erste Hälfte wenigstens noch melancholisch und bringt einigermaßen Endzeit-Stimmung, zerfällt die zweite Hälfte in Kuriositäten, nur um im Finale zu sagen: „Finale? Das war doch schon vor 20 Minuten, wir sind längst im Happy End.“ Hä?


Zum Media Monday 794 geht's HIER entlang

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